überhauen,
V.
1.
›jn. dadurch schädigen, dass man die Berechtigungsgrenze zu seinem Nachbarn (in Feld-, Waldbesitz sowie in Grubenfeldern) überschreitet‹; zu (Präp.) 3, vgl. 1; 2; 3.

Belegblock:

Brinkmann, Bad. Weist. (
rhfrk.
,
1659
):
wer den andern im feld, weingarten oder sonsten uberzackert, uberhauet, uberbauet, uberreint oder ubersteint, [...], solle nach verwirkung und gestalt der sachen in der vogtsherren straf erkant sein.
Vberhawen / also hawen / daß man auf deß andern grund kompt.
Hauber, UB Heiligkr. (
schwäb.
,
1500
):
Ob ainer oder mer den andern zuͦ holz oder veld in zwingen und bennen Ertingen über ern maigen uͥber schnyden oder über howen wurde, soll [...].
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
15. Jh.
):
ob ainer den andern überzänicht oder uberhawt oder uberakchriet an den rain in gevër, der ist 6 ß 2 ₰ zu wandel und enem den grunt wider ze raumen.
Veith, Bwb. .
2.
›etw. überschlagen; etw. neu überdenken‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.).
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, 4.

Belegblock:

Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 502, 19
(
halem.
,
E. 15. Jh.
):
das sy [Eignossen] die sach in der statt ein wenig überhüwend, das sy meintend, sy torstind niemantz mee.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Das sei voran überhauen, nun greif ich erst recht die arbait an.
3.
›jn. überwältigen‹ (von der
minne
5 mit Bezug auf ältere Personen gesagt); vgl. (Präp.) 2; 12, 11; 12.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1.

Belegblock:

Adrian, Saelden Hort
3318
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
dis ist in beden wol bekant, | mannen und frowen, | die si da haut úber howen | daz si der minn in alter pflegent.