überdenken,
V.,
unr.; im Prät. und Part. Prät.: -dacht(-)
.1.
›über etw. (in der Regel: Größen, schwer Fassbares, darunter religiöse Tatbestände) nachdenken, etw. gedanklich zu erfassen, zu ermessen versuchen‹; teils mit iterativer Nuance, dann: ›etw. nochmals, wiederholt, immer wieder überdenken‹; vgl. (Präp.) 12, 1.Syntagmen:
j. einen schmerzen, die heilige geschrift, die werke Christi ü., j. etw. tausend werbe, aus einem grund ü., das herz
(Subj.) die ere / günliche / wirdigkeit, das lob ü
.Wortbildungen:
überdenkung
Belegblock:
weren doch ellú herzen ein herz, sú koͤnden nit úberdenken die grozen ere, die [...].
Ich weisz eynen mensch, der umb volkomen gleycheyt unsz herren und seiner wege gynge [...], überdenckente die wercken Christi.
Das man die heilige wunnekliche geschrift in dem heiligen evangelio tusent werbe úberlese und predigete und úberdehte, so [...].
du kumpst zuͦ im: vnd empfachst von im die v́berdenckung dez gewichtts
[Vulgata:
supra memoratum pondus; Var. 1475
die obenvermelt burde2
–1480: ; 1483–1518:
das obenvermelt gewicht;
das gemelt geldFroschauer
1531 / Dietenberger
1534: ;
das gemelt silberEck
1537: ;
solch GeldLuther
1545, Tob. 4, 21: ]
vnd des silbers. Din hertz als gar betruͤbt ward, | So du sinen grossen schmertzen | Úber dachtest in dinem hertzen.
Belegblock:
Ich hett mich heut weit uberdacht | Und mein fuchsen zu groß gemacht.
du hast dich uber dacht | und gar gegen mir vergacht, | das du dein swert zugt gegen mir.