übermäen,
V.
›(den Grundstücksnachbarn) durch Übermähen der Grundstücksgrenze schädigen‹; zu (Präp.) 3, vgl. 1; 2.
Gehäuft ˹oobd.; Rechts- und Wirtschaftstexte˺.
Bedeutungsverwandte:
, , 1, , , , , , , , , (die Verben oft auch mit dem Präfix
ver-
belegt).
Syntagmen:
jn. / einander, marken übermäen, jn. über marksteine ü.
; subst.:
jm. mit übermäen schaden
.
Wortbildungen
übermahd
(als Handlung): ›das Übermähen‹.

Belegblock:

Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. Anm. 1 (
mosfrk.
,
1499
):
alle boissen, [...], es si von erbschaften, nemelich von verstoirten marken, von ubereiren, von ubermehen, von ubersticken, von ubersehen, von uberzunen.
Gille u. a., M. Beheim
240, 114
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Kain pawer auff dem aker | den andern uber mait nach schneit.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 229, 25
(
schwäb.
,
1495
):
wie unsers gotzhauß hindersaͤßen zuͦ Seflingen und die unsern ir anstoßer ainander underweylen uͤbereeren, uͤbermeen, uͤberschneiden und uͤberzeuͤnen soͤllen, [...], haben wir angesehen und gesatzt, [...].
Ebd.
3, 721, 16
(
1585
):
wellicher den andern über offen marcken oder zaichen verzeünet, -ehret, -schneidet, oder -mehet, der ist zu buoß verfallen zehen pfund.
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu. (
schwäb.
,
1615
):
Welcher uff der gemeind mehet oder den andern ohngefahr da keine sichtbare marckungen vorhanden übermehet, überackert, überschneidet [...], der kombt umb fünf schilling.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
1340
):
Tuͦt ieman dem andern schaden [...] mit etzzen an seinem chorn, an seinem wizmat, [...], mit uͤbereren, mit uͤberzaewnen, mit uͤbermad, ist, daz [...].
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1585
):
Von überzeünen, überhagen, übermäen, übersäen, überrainen und überstainen oder anderm überpau.
Hauber, UB Heiligkr. ;
Gehring, a. a. O.
3, 443, 14
;
Wintterlin, a. a. O. ;
Siegel u. a., a. a. O. .