überheben,
V.;
zu den Formen s.
heben
(V.) sowie
Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988, 346
–351; belegte Präteritalformen:
überhob, überhub
; Part. Perf.:
überhaben, überhebet, überhobet
.
1.
›sich angesichts angenommener eigener positiver Qualitäten gegenüber einem anderen überheben, sich überheblich, anmaßend verhalten, sich e. S. brüsten, rühmen‹ (jeweils mit negativer Wertung); nahezu ausschließlich vom Menschen, sehr vereinzelt von Tieren gesagt; auch positiv gewertet: ›sich selbst aufrichten, Mut fassen‹; vgl. (Präp.) 3; 8, (V.) 7 (ütr.).
Gewisse Beleghäufung für Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Gegensätze:
1.
Syntagmen:
der keiser / könig sich ü., j. sich e. S
. (z. B.
seines adels / gewaltes / glückes / gutes / hochmutes, seiner ere / härtigkeit / hoheit, der grosheit / wirde, einer guttat) ü., sich über jn. ü., sich dicke / eitel / sere, in hochfart, mit hofnungen ü., das herz sich des mutes, der vogel sich seines fluges ü
.; subst.:
j. des überhebens geübrigt sein
.
Wortbildungen:
überhebig
(dazu bdv.: ),
überhebung
›selbstbezügliche Anmaßung, Überheblichkeit‹ (dazu bdv.: , 1).

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Superbire. Stoltzieren hochtraben sich breit machen, prangen auffschwellen schwantz vffwerffen den kam vffrichten sich vff blähen sich auffbruͤsten hochfart treiben sich vbernemen vberheben vffblasen. Iactitare. Verwegen vermessen beruͤmen.
Luther, WA (
1512
/
8
):
Und uberhebt euch all, die yr eins richtigen hertzen seyt. Das ist, seyt trotzig unnd ubermutig, erhebt euch, rumet euch, habt ein wolgefallen gleich wie ein mensch der gloriert. dan das hertz, das richtig ist zu got, unnd nit eyngekrumet auff sich selb ader etwas anders dan gott, ist auff das ewige gut gegrundt und steet. darumb hat es uberflussig, da von es gloriern, prachten, prangen und trotzen kan.
Ders. Hl. Schrifft.
2. Kön. 14, 10
(
Wittenb.
1545
):
Du hast die Edomiter geschlagen / des vberhebt sich
[
Mentel
1466:
hat sich derhaben
; nd. Bibel um 1478:
hefft dy dine herte verheuen
;
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
erhebt sich
]
dein Hertz.
Dubizmay, kurß zu Teutze
68, 2
(
hess.
,
1463
):
HErre meyn hertz ist nicht vber hebig nach hoffertig.
Knape, Messerschmidt. Bris.
22, 59
(
Frankf./M.
1559
):
mit seinem dienstbarlichen / demuͤtigen Gotsfoͤrchtigẽ leben / vnd Ritterlichen vbungen / die darnach in keiner vberhebung von jhm geschehen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Swenne du hie in rume | Dich uberhebist sere | Uber den der in sere | Lit totlicher sunden tot | Des libes.
Langen, Myst. Leben
189, 5
(
nobd.
,
1463
):
daz ich ez kurcze, so sprach er auch, das / ich mich der großheit der / offenwarung nicht vberhebe vnd vberneme.
Gille u. a., M. Beheim
447, 225
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wir uns in disem leben | nit grasser er soln über heben, | wann er und schand wurt uns gering und palde geben.
Reichert, Gesamtausl. Messe
7, 34
(
Nürnb.
um 1480
):
darnach der grossen wirdikeyt, die an in gelegt ist, Got dancken seyn und sich demuetigen und keynest sich des ueberheben in hochfart.
Ebd.
28, 2
:
Wider das thun alle, die sich ueberheben ires adels, ires guts, ires gewalds.
Voc. Teut.-Lat.
hh vv
(
Nürnb.
1482
):
Vberhebiger hochuertiger.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
132, 9
(
Nürnb.
1548
):
sie [weyber] verlieren jr freyheit / vnd müssen im ehestand mit kinder tragen / vñ kinder ziehen / vil not vnd jammers leyden / welchs sie vberhaben weren / wo sie nicht ehelich wuͤrdẽ.
Adrian, Saelden Hort
4527
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
so sich der man der wirdi | und siner guͦter úber hebt, | er uf dem wendelstain swebt | und suͦchet uppig ere.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
du solt nicht eitel dich vberheben mit eiteln hoffenungen.
Thiele, Minner. II,
6, 84
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
myn hercz sich dick überhebt | sins fryen muts den er da dreit | in mynem dinst on underscheid.
Warnock, Pred. Paulis
6, 110
(
önalem.
,
1490
/
4
):
won wer er [mensch] von ainem himelschen lib gemacht, so möcht er sich des úberhept und darin gloriert hon.
Lemmer, Brant. Narrensch.
23, 27
(
Basel
1494
):
Sins glücks sich nymans vberhab | Dann wenn gott will / so nymbt es ab.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Kain lichtes noch kain uppig wort | Ist von ir
[Mariä]
munde nie gehoͤrt; | Si úberhuͦb und ruͦmde sich nút.
Maaler (
Zürich
1561
):
Ruͦmsüchtig gebaͤrd / Stoͤlze vnd uberhebung.
Vberhebung (die) da einer jm selbs zuͦ vil zuͦ mißt / vnd sich eines dings übernimpt od’ überhebt.
hail. altvaͤter (
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
vnd solt aber hie nach erkennen daz du dich ir v́berhebest wan der túfel gaͮt enkainer súnd als gern naͮch als hohfart.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
daz vögel ist sô muotig und sô manhaft, daz ez sich wider den adlarn getar setzen und überhebt sich seins snellen flugs.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
wie künig Karl gar trunken und vol des grossen glücks wär, überhueb sich desselben, wölt niemand neben im leiden.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 163, 15
;
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
150r, 51
;
Palm, Veter Buoch ;
Matthaei, Minner. I, ;
Koller, Ref. Siegmunds ;
Vgl. ferner s. v. 3.
2.
›jn. / etw. erhöhen, über andere / etw. anderes hinausheben, hinausführen‹; als part. Adj.: ›religiös hinausgehoben, über andere erhaben‹; vgl. (Präp.) 3; 8, (V.) 7.
Im mittleren Frnhd. auslaufend; Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
3, 1, 1e; vgl. , 2.
Wortbildungen:
überhabung
›die 5.
staffel
der
seraphlichen minne
, nach dem
fallen in sich selben
in einem
wallen im geiste
, einem
überwallen
bestehend‹ (dazu bdv.: , ).

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Dan.
3, 55
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
gebenediit bis du [herre], der du ansiest daz abgrunde und sitzist ubir den cherubin, und ubirlobelich und obirhaben
[
Mentel
1466:
v́berhoͤcht
;
Dietenberger
1534:
hochehrsam
;
Eck
1537:
ehrlich
]
eweclich.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
liebe froͮwe, wie das ir úber haben sint in der sipschaft der hochwirdigen gotheit, so envergessent doch nút der sipschaft die ir hant mit der armer menscheit!
Das [liecht der gnaden] ist ein geschaffen liecht; das úber hebet die nature verre úber sich.
Schmidt, Rud. v. Biberach
125, 4
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dis vrhabung vber sich selben vnd vallen in sich selben, nemment die heiligen nach einer glichnissi wallung, daz ist, ein ding walt. Dar vmbe die heiligen, die von gnaden des Heiligen Geistes werdent gefuͤrt vber sich selben in got vnd so si in selben und ir eigen natur werdent guͦlan, so vallent si von der vberhabung des geistes in sich selben.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
12, 20
(
Venedig
1483
):
sind alle hochfertig menschen verdampt die sich zirend andern lewten zuͦ laͤide: oder das sie mer woͤllen sein fuͤr die die do sind in gleich: oder das sy vͤberhebt werden fuͤr ander menschen.
3.
›sich einer Haltung, Handlung, die in der eigenen Möglichkeit liegt, dennoch aus innerem Drang enthalten, von etw. Abstand nehmen, auf etw. verzichten; etw. unterlassen, vernachlässigen; sich e. S. überheben‹; bei natürlichen, durch eigenes Zutun nicht beeinflussbaren Geschehen (deutlich seltener): ›sich e. S. erwehren, entziehen‹ (jeweils negativiert); vgl. (Präp.) 2 (ütr.).
Gehäuft wobd. / oobd.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 1, 1; 2; 3, I, 2, 3, .
Syntagmen
(meist medial):
sich (selbes) e. S. ü
. (z. B.
einer ordnung, eines baues, einer klage / vereinung, des seufzens / weinens / zürnens
),
sich des ˹fallens / todes˺ nicht ü., sich e. S. harte ü
.;
sich (nicht) ü. mögen, das [...]
.

Belegblock:

Knape, Messerschmidt. Bris.
14, 37
(
Frankf./M.
1559
):
[der Venediger] was also starck vnd steiff gesessen / vnd darauff in dem strengen lauff so hart gestossen / das er sich fallens nit vberheben mocht.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
12, 16
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
hettestu dich vor liebes überhaben
[›der Liebe überhoben‹],
so werestu noch leides überhaben
(›verschont geblieben‹).
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1410
):
wir woltent ein vereynunge mit unser frouwen von Osterrich machen; daz wir úns der úberhuͦbent.
Leisi, Thurg. UB
6, 104, 24
(
halem.
,
1360
):
geschaͤhi och, daz dú vorbenempt Elizabeth [...] die rihtung ain ganzes jar úberhuͤbint und úbersaͤssint, so ist úns [...] daz hus [...] ledeklich gefallen.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
1403
):
Wir haben oͮch gesetzt: welem [...] gebotten wird, sich buwes gegen sinem nachgeburen ze vͥberhaben vnd der das dar vͥber tuͦt, das [...].
Bachmann, Morgant (
halem.
,
1530
):
Ollyfier mocht sich nŭt überhaben, das er nŭt inn strytt rytt.
Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1644
):
die Landleute sollen sich künftig
der under ihnen selbs machenden ordnungen, die ir gn. mandaten zuͦ wider, überheben und muͤssigen.
Maaler (
Zürich
1561
):
Jch mag mich hart Vberhaben / das ich jm nit ins angesicht fall. [...]. Sich deß weynens Vberhaben / vnnd sein vnmuͦt nit anzeygen. [...]. Vberheben. [...]. Ich hab mich nit moͤgen Vberheben oder enthalten. [...]. Ich kan mich nüt Vberheben das ich nit rede. [...]. Sich deß seüfftzens nit Vberheben. [...]. Sich schlaaffen Vberheben oder enthalten.
Wyss, Luz. Ostersp.
9390
(
Luzern
1545
):
Wärist du noch nit gericht, | so möcht ich mich doch nit vber han, | Ich wurdt dir noch din grindt zerschlan!
Vock, Urk. Hochst. Augsb.
346, 33
(
schwäb.
,
1409
):
Und wer, [...] ob der brieff yendert ungefarlichen misschriben were oder ichtz darinn vergessen und überhebt were ..., daz sol in alles kain schad sein.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
1484
, Hs.
1535
):
wer uber ainen clagen will, der soll in von erst vermanen allein daruber er clagn will, das er sich der clag uberheb.
Wackernell, Adt. Passionssp. St. II,
2230
(
tir.
,
v. 1496
):
Warumb woltestu nicht vermeyden | Sölich martter und leyden | Und hyettest dich söliches todes überhebt?
Bachmann, Haimonsk. .
4.
›jn. (in der Regel:) eines belastenden Widerfahrnisses, dem zu entgehen meist nicht in der eigenen Handlungsmöglichkeit liegt, entheben, entledigen, von etw. befreien, freistellen, verschonen; jm. etw. ersparen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.).
Bedeutungsverwandte:
2; 3, 1; 3, 1, .
Syntagmen
, mit Akk.obj. d. P. / d. S. und Gen.obj. d. S.:
j. jn. ü
. (z. B.
des belegerns / leidens / streitens / überziehens / weinens / wetages, des rechten, des / eines orleuges / schaden / schmerzes, todes / unrates / zolles, der / einer arbeit / far / furcht / geburt / marter / pein / sorge
),
j. js. leib
(Akk.obj.)
des todes ü., got jn. des leidens ü., j. jn. des
(korrelativ)
ü., das [...]
; mit doppeltem Akk.obj.:
etw
. (Subj.)
jn. viel pfennige ü
. ›jm. viele Pfennige ersparen‹; mit Dat.obj. d. P. und Akk.obj. d. S.:
j. jm. die sünde, viel mühe, auszug / wacht ü
.; im Part. Perf., mit Akk.obj.:
j. etw
. (z. B.
ein leiden
)
überhaben sein
; mit Gen.obj.:
j. des gefangnisses / krieges / jamers / leidens / lones / predigens, der arbeit / busse / far / mühe / kost / schuld, eines brechen, des todes überhaben sein / werden
(Letzteres seltener),
der zins alles hindernisses, der beschwerung, die kapelle einer brunst überhaben sein
; mit Dat.obj.:
j. den zöllen / ungelten überhaben sein
; mit präpositionalem Obj.:
j. über arbeit, über alle dinge / gebresten überhaben sein / werden
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Onere aliquo leuari. Erlassen entledigt entladen vberhaben.
Luther, WA (
1512
/
8
):
wilchs ist eyn bleibende sunde yn dißer tzeit, und an yr selbs ist sie totlich, wan got aus gnaden sie nit uberhube den, den sie leyd ist und begeren darvon gesund werden.
Ebd. (
1520
/
1
):
‚Er ist ein forscher der nieren und der hertzen‘, und sie solten got dancken, das sie solcher far des forschensz uberhaben werenn.
auff das jhr also, beide der erbeit und lohn, der muͤhe und kost, uberhaben seid.
Jch wil sie der sorge und furcht nicht uberheben, das man sich nicht wehren werde gegen jr morden.
Ders.
Hl. Schrifft. Röm. 2, 14
Marg. (
Wittenb.
1545
):
Was du wilt dir gethan vnd vberhaben sein von einem andern / das thu vnd vberhebe du auch einen andern.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Sô wir überhaben werden über alliu dinc und allez, daz in uns ist, ûferhaben ist, sô endrücket uns niht.
Ders., Eckharts Trakt. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz ist wol diu sache, daz got sîne vriunde grôz und vil lîdens überhebet.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
259, 27
(
wmd.
,
1634
):
Er [Jesus] hinauff zur Sonnen schwebet, | Machet selber seinen Tag: | Sie der arbeit vberhebet | Folget seinem Wagen nach.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
698
(
mrhein.
,
um 1335
):
Herre, vatter vnd got, | ist ez nit wider din gebot, | so vberhebe mich dirre pin.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
daß man auch den Todt selbst erwehlen solte / damit man solcher schmertzen vberhebt werden moͤchte.
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
,
1325
):
Wil he [man] si [vrowe] is abir ubirheben, he tritet dar unde bitet einis urteilis.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
156, 20
(
schles.
,
1366
):
der czins sal geuallin alle iare [...] vnde sal domete ledik vnde vberhabin sin allis hindernissis vnd allerley beswerunge.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
wan swer in der einote ruet, der wirt drier vrlouge vberhebet: des ersten von der gesichte, des andern von der gehorde, des dritten von rede vnd blibet im nicht wan ein vrlouge, das ist sines herczen gedanken wider stan.
Adrian, Saelden Hort
9066
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
sum [juden] sprachent under in: | ‚moht nit dirr disen man | dez laides todes úber han, | der die gesiht dem blinden gab?‘
Ebd.
11063
:
der hell got, her Pluto, | und och Proserpina, sin wip, | hetten der schonen frowen lip | des grimmen todes úberhaben.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1445
):
Ich sandt Ludman zu dem zunffmeister und liesz im sagen und betten, mich desz zu úberheben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
249, 15
(
els.
,
1362
):
‚Gesegent siestu in den frowen‘, daz ist: úber aller frowen gebresten uberhobet.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst (
Straßb.
1522
):
Mir ist kurtzlich mein Muͦter gestorben, an deren Dot hab ich gedocht, hab mich Weinens nit moͤgen uͤberheben.
Bachmann, Haimonsk. (
halem.
,
1530
):
Lieber vetter, gesegnet sig die stund, inn deren du geboren worden bist! Wann ich hoff, du werdest mir vyl müeg ŭber haben.
Schmidt, Rud. v. Biberach
85, 4
(
whalem.
,
1345
/
60
):
der geist, der da ist vf der strasse eines beschoͮwelichen lebens, wirt vberhaben vber arbeit des weges mit goͤtlichem zvͦ sprechenne.
Sappler, H. Kaufringer
4, 352
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
überhept mich nur des allain, | das ir darumb nimer mer | selb in mein haws koment her.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1558
):
seind wir entschlossen, dasselbig schloß unsers gefallens widerumb zuͤ verendern und zuͤ verkeren und ine, auch seine nachkomen solcher ehre zuͤ überheben.
Memminger Chron. Beschr. (
Ulm
1660
):
Johannes Lang [...] welcher zwar Alters vnd Schwacheit halber / deß Predigens uͤberhebt / das Superintendenten Ampt aber noch loͤblich versihet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
ez überhebt dich vil pfenning in der apotêken.
Bastian u. a., Regensb. UB
464, 16
(
oobd.
,
1378
):
daz er uns dez zolles zuͦ Toblach, [...], nuͦ hinfuͤr uͤberheben wil und ledig gesagt hat.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
45, 4
(
oobd.
,
15. Jh.
):
Der das wass allew morgen trinckt nüechter, der ist der ob geschriben prechen aller v̈berhaben.
Turmair (
wobd.
,
1528
):
so könt jeder man sêliglich leben und hetten alle genug und weren vil jammers und beschwerung überhaben.
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
29, 55
(
moobd.
,
1393
):
Wes du uͤberhaben wild werden, daz es dir nicht geschech, des selben vber heb den andern vnd tü im sein auch nicht.
Ebd.
43, 78
:
ein hawswïrt, dem seine chinder lieb sind, der sent sein chnecht an herte vnd swêche arbait, vnd der arbait vber hebt er seine chluege chindel.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
47, 2
(
Venedig
1483
):
wer ez nicht wider den willen gotes vnd so woͤlten sye [die selen im fegfewer] des leydens vnd der puͤß gern vͤber haben sein.
Froning, Alsf. Passionssp. ;
Baumann, Bauernkr. Rotenb. ;
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
227r, 20
;
Bihlmeyer, Seuse ;
Merk, Stadtr. Neuenb. ;
Barack, Teufels Netz ;
Wiessner, Wittenw. Ring
8534
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen ;
Mollwo, Rotes Buch Ulm ;
Ukena, St. Jörg
574
;
Bastian u. a., a. a. O.
457, 5
;
Winter, Nöst. Weist. ;
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. I,
1046
;
Vorarlb. Wb.
2, 1407
.
5.
›jn. überkommen; etw. überwiegen‹; vgl. (Präp.) 2; 3.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
32, 260
(Hs. ˹
md.
/
snfrk.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
went home dat alder over heeft, | des enmach man eme nit witen, | want crancheit doet en sliten | natuerlicheit und vrien moet.
Ebd.
32, 1014
:
want des bornes syn nature | ober hoif also das suͦre | dat der smach waert suesser me | dan hiwas gheweest e.
6.
›jn. / ein Gut zu hoch versteuern, mit Abgaben überbelasten‹; vgl. (Präp.) 10.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
want he darenboiven unse burger ind ire have ind goit [...], groflich getolt ind oeverhaven hait [...], so schreven wir eme darumb [...].
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl. (
mosfrk.
,
1350
):
uber die vorgen. pacht und gevelle ensal ich [...] sine undertanen nicht drengen noch uberheben mit schetzunge.