Onere aliquo leuari. Erlassen entledigt entladen vberhaben.
wilchs ist eyn bleibende sunde yn dißer tzeit, und an yr selbs ist sie totlich, wan got aus gnaden sie nit uberhube den, den sie leyd ist und begeren darvon gesund werden.
‚Er ist ein forscher der nieren und der hertzen‘, und sie solten got dancken, das sie solcher far des forschensz uberhaben werenn.
auff das jhr also, beide der erbeit und lohn, der muͤhe und kost, uberhaben seid.
Jch wil sie der sorge und furcht nicht uberheben, das man sich nicht wehren werde gegen jr morden.
Ders. Hl. Schrifft. Röm. 2, 14
Marg. (
Wittenb.
1545
):
Was du wilt dir gethan vnd vberhaben sein von einem andern / das thu vnd vberhebe du auch einen andern.
Quint, Eckharts Pred.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Sô wir überhaben werden über alliu dinc und allez, daz in uns ist, ûferhaben ist, sô endrücket uns niht.
Ders., Eckharts Trakt.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
daz ist wol diu sache, daz got sîne vriunde grôz und vil lîdens überhebet.
Oorschot, Spee. Trvtz-N.
259, 27
(
wmd.
,
1634
):
Er [Jesus] hinauff zur Sonnen schwebet, | Machet selber seinen Tag: | Sie der arbeit vberhebet | Folget seinem Wagen nach.
Herre, vatter vnd got, | ist ez nit wider din gebot, | so vberhebe mich dirre pin.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim.
(
Frankf./M.
1649
):
daß man auch den Todt selbst erwehlen solte / damit man solcher schmertzen vberhebt werden moͤchte.
Ermisch, Freib. Stadtr.
(
osächs.
,
1325
):
Wil he [man] si [vrowe] is abir ubirheben, he tritet dar unde bitet einis urteilis.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
156, 20
(
schles.
,
1366
):
der czins sal geuallin alle iare [...] vnde sal domete ledik vnde vberhabin sin allis hindernissis vnd allerley beswerunge.
Palm, Veter Buoch
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
wan swer in der einote ruet, der wirt drier vrlouge vberhebet: des ersten von der gesichte, des andern von der gehorde, des dritten von rede vnd blibet im nicht wan ein vrlouge, das ist sines herczen gedanken wider stan.
Adrian, Saelden Hort
9066
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
sum [juden] sprachent under in: | ‚moht nit dirr disen man | dez laides todes úber han, | der die gesiht dem blinden gab?‘
der hell got, her Pluto, | und och Proserpina, sin wip, | hetten der schonen frowen lip | des grimmen todes úberhaben.
Ich sandt Ludman zu dem zunffmeister und liesz im sagen und betten, mich desz zu úberheben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
249, 15
(
els.
,
1362
):
‚Gesegent siestu in den frowen‘, daz ist: úber aller frowen gebresten uberhobet.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
(
Straßb.
1522
):
Mir ist kurtzlich mein Muͦter gestorben, an deren Dot hab ich gedocht, hab mich Weinens nit moͤgen uͤberheben.
Lieber vetter, gesegnet sig die stund, inn deren du geboren worden bist! Wann ich hoff, du werdest mir vyl müeg ŭber haben.
Schmidt, Rud. v. Biberach
85, 4
(
whalem.
,
1345
/
60
):
der geist, der da ist vf der strasse eines beschoͮwelichen lebens, wirt vberhaben vber arbeit des weges mit goͤtlichem zvͦ sprechenne.
Sappler, H. Kaufringer
4, 352
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
überhept mich nur des allain, | das ir darumb nimer mer | selb in mein haws koment her.
seind wir entschlossen, dasselbig schloß unsers gefallens widerumb zuͤ verendern und zuͤ verkeren und ine, auch seine nachkomen solcher ehre zuͤ überheben.
Johannes Lang [...] welcher zwar Alters vnd Schwacheit halber / deß Predigens uͤberhebt / das Superintendenten Ampt aber noch loͤblich versihet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ez überhebt dich vil pfenning in der apotêken.
Bastian u. a., Regensb. UB
464, 16
(
oobd.
,
1378
):
daz er uns dez zolles zuͦ Toblach, [...], nuͦ hinfuͤr uͤberheben wil und ledig gesagt hat.
Eis u. a., G. v. Lebenstein
45, 4
(
oobd.
,
15. Jh.
):
Der das wass allew morgen trinckt nüechter, der ist der ob geschriben prechen aller v̈berhaben.
so könt jeder man sêliglich leben und hetten alle genug und weren vil jammers und beschwerung überhaben.
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
29, 55
(
moobd.
,
1393
):
Wes du uͤberhaben wild werden, daz es dir nicht geschech, des selben vber heb den andern vnd tü im sein auch nicht.
ein hawswïrt, dem seine chinder lieb sind, der sent sein chnecht an herte vnd swêche arbait, vnd der arbait vber hebt er seine chluege chindel.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
47, 2
(
Venedig
1483
):
wer ez nicht wider den willen gotes vnd so woͤlten sye [die selen im fegfewer] des leydens vnd der puͤß gern vͤber haben sein.