übernemung,
die
.
1.
›Überheblichkeit, Überhebung der eigenen Person, Selbstüberhebung‹; dazu tropisch: ›jm. abgenommener erhöhter Preis‹; ›Betrug‹; ›Phantasiegebilde‹ (eines
heiligen
); negativierend (als ,nicht seiend‘) vom Himmel gesagt: ›hierarchische Ordnung (der
heiligen
) im Jenseits‹; in allen Nuancen schwach belegt, teils schwer motivierbar;
vgl. 3; 4.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 4, (
die
) 4, , , .

Belegblock:

Köbler, Ref. Franckenfort
102, 28
(
Mainz
1509
):
Wo auch irrũg oder clage von vbernemũg wegen entsteen würde / solichs sol steen vff ermessunge der Schoͤffen die sich in besichtigunge der verzeichnüß der güttere wol wissen zu halten.
vbernemmung / da man einem zu viel abnimbt.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
das der selb pruͦder an dem nicht gesündet hab, ob er solich haimlickait Gots seinem abpt on übernemmung seines gemütes geoffenbart hat.
als der zwelfpot Paulus bezeügt, so ist zu hymel chain übernemung, domit sich ein heylig für den andern oder über einen andern prechen
[s.
brehen
, V., ›strahlen, glänzen‹]
moͤchte.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
16, 4
(
tir.
,
1464
):
Der anfang alles v̈bels das ist gewësen die v̈bernemung; wer im
[dem
übel
?]
nicht fürcht, der v̈bernimt sich selbs.
Ebd.
33, 36
:
Es sint vil gefallen vnd die heiligsten durch die sünden der vncheüsch, durch ir sicherhait willen oder v̈bernëmung willen.
2.
›Übernahme e. P.‹ (z. B. zur Hinrichtung); Motivation von
übernemen
her nicht möglich, wohl aber von
über
(Präp.) 3 (ütr.) und
nemen
1 her.
Bedeutungsverwandte:
2.

Belegblock:

Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
17. Jh.
):
wan aber solche hinrichtung den driten tag bei sonnenschein nit beschicht, muß sodan dem landrichter um übernembung solcher malefizpersohn zu geschriben werden, welche ihm biß zu dem Rudorff ins pächl zu stellen und daselbst zu überantworten ist.