übergus,
der
;-ses
/-se
+ Uml.– Nahezu ausschließlich obd. belegt.
1.
›Überschwemmung, Überflutung‹ (als schwer beherrschbares Naturereignis, speziell der Überflutung von Wohngebieten und ihres Umlandes, Gegenstand obrigkeitlicher Regelungen); vgl. 1.
Belegblock:
Aber wie oft hats sich erwisen | Ganz feindlich mit den übergüssen!
Vberguß / vberlauff.
Inundation, Vberlauff / vberguß / vberwall / wasser schwell.
so aber das holz hinrinnt in grosser überguss
[hier
die, demnach
güsse anzusetzen],
wer das auffacht der sol nur einen drittail davon behalten und die zwai tail wider geben dem es hingerunnen ist. Schmitt, Ordo rerum
27, 44
.2.
›das Ausströmen der Gnade Gottes über den Menschen‹; allegoriesemantisch auch für das Ausströmen des wassers
aus der rechten (für die Gottheit stehenden) Seite des gekreuzigten Jesus Christus stehend; vgl. 2.
14. Jh.; Texte der Mystik / Scholastik.
Belegblock:
min trut, du solt von mir enphan | grundlosen fróden kus, | gnaden, wunne úber gus.
dise krankheit enkumet nút vn uswendiger uͤbunge, sunder von der úberflússikeit des úbergusses der gotheit, der disen menschen also úbergossen hat das des der arme irdensche licham nút erliden enmag.
daz wazzer ist auzgegangen von der rechten seitten, wenn von der goͤttleichen natur Christi get auz der heilig geist, der ist ein unsichtiges wazzer und geit dem sichtigen wazzer, daz geflozzen ist auz der tenken seitten, daz ist dem wasser, daz geflozzen ist auz der gesperten menschhait Christi, chraft hailwer zu machen. ¶ Und darumb sing wir recht in der osterleichen process zw lob dem wazzer, mit des ubergucz mit dem tod Christi wiͦr wider warn lemtig sein.