INTEMPERANtia. Vnmässigkeit vberfluß vberfliessigkeit.
Als wenn Christus spricht: Ex abundantia cordis os loquitur. Wenn ich den Eseln sol folgen, die werden mir die buchstaben furlegen, und also dolmetzschen: Auß dem uberflus des hertzen redet der mund. Sage mir, Jst das deutsch geredt? Welcher deutscher verstehet solchs? Was ist uberflus des hertzen fur ein ding? Das kan kein deutscher sagen, Er wolt denn sagen, es sey das einer allzu ein gros hertz habe oder zu vil hertzes habe, wie wol das auch noch nicht recht ist: denn uberflus des hertzen ist kein deutsch, so wenig, als das deutsch ist, Uberflus des hauses, uberflus des kacheloffens, uberflus der banck.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
37, 12
(
Frankf./O.
1557
):
Ein rausch [...] ist ja ein uberfluß / denn wer ein rausch hat / der ist jhe nicht nuͤchtern.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1350
(
Köln
1476
):
Jr gelt, yr korn, gereide gudt | Stalten sy dar mit oeueruloet.
Maͤssiglich leben [...] sich begnuͤgen lassen [...] sich abhalten vom vberfluß.
Gille u. a., M. Beheim
129, 98
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
und wellen | Als grass reichtum czue haben, | mehtikait, miltung, uberflus.
Zeigt an, daß könig, fürstn und herrn / Sollen sich von dem wein abferrn, | Von uberfluß der schlemmerey.
Auch di zuͦfel die do sint zuͦ gegen od’ beschehẽ moͤgen. Als do ist der vb’fluß des pluͦtẽs vß d’ arteria oder pulsader.
Ein grosser Vberfluß. Redundatio. Grosser Vberfluß deß verstands / Ein herrlicher feiner verstand. [...]. Vberfluß in speyß vnd kleidung.
Auß dem uͤberfluß deß Hertzens redet der Mund.
damit der überflus und mißbrauch in den großen hochzeiten, kindertauffen, kirchweihen, [...] abgeschafft [...] werden.
Der vberfluß inn allen dingen / hochmuth / dasen / als inn essen / trincken / kleydung / bawen / vnzucht vnd anderen dergleichen / vnmaß / vnnutze verschwendung.
Wir leben nicht auß dem vberfluß / sonder auß Christlicher gnuͤge. Grosser vberfluß wirdt selten zeitig. [...]. Vberfluß aller jrdischen Guͤter macht vns offt duͤrftig der Him̃lischen.
Die funden aber auch ein sinn, richten die kelberheut zue und paistens nur den überflueß.
Hat den überflus in claidern [...] abtan, an im selbs angehebt, die kost und das aufgên des kaiserlichen hofs gemindert.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
damit der überfluß abgestelt und der überrest deß vich sein waid und nahrung habe.