überlauf,
auch
überlauft,
der
;-(e)s/–
.1.
›das Überfließen, Ausströmen einer Flüssigkeit‹ (sowohl im physischen wie im ütr. Sinne); in letzterem Falle z. B. auf das hohe Maß von als ,überquellend‘ metaphorisierter Freude bezogen; vgl. 1.
Belegblock:
In teychen der freuwd oeuerloep | Blyes hye syn horn: ,all hoep, all hoep!‘
dieweyl es aber bey obgemelter besoldung des nachrichters pleibt, Soll solcher vberlauff am henckergelt, So die armen leutt gebenn, [...] den armen leutten zu gut gebraucht werden.
Inundation, Vberlauff / vberguß / vberwall / wasser schwell.
Voc. Teut.-Lat.
hh vjr
; 2.
›sich beim Vergleich zweier Messgrößen ergebender höherer Wert einer dieser Größen‹; extensional gesehen kann das der eine Schuld übersteigende Betrag (seltener) oder der Überschuss, Gewinn sein; am ehesten hier anschließbar: ›Übermaß, überhöhter Betrag an Vergütung‹; vgl. 1 (ütr.).Omd.; gehäuft bergbaubezügliche Texte.
Syntagmen:
ü. machen / ausgeben / teilen, den ü. niederlegen
; versicherung über den ü. nemen, j. etw. zu ü. haben
; der lotige ü. (silbers)
; der ü. der schulden, über die kost, vom neunten
; der halbe teil, die probierung, die summe des überlaufes
.Belegblock:
Wie sich der bergmeister mit den uberlauf der schulden gegen den kläger verhalten sol wurden die erstandenen theil oder außbeute sich uber die summa des klägers schulden erstrecken, alßden sol der bergmeister den uberlauf bei ihm niederlegen lassen.
sobin marg silbers lotigen oberlouffis an der ersten groszin summen silbers.
szo wer im der gnante Jorge Holbig den obirlaufft [...] zcur besserunge zcu geben nicht vorpflicht.
Ebd.
330, 27
: er behelt denselbtigen obirlaufft und gewinst, nachdem er auch des schadens und der vorlust daran hat mußen wartin.
die summe der uszgabe ist gewest 974 schog und funff groschen, und des uberlouffts, das die summe der uffname die summe der uszgabe ubertreten hat, ist 13 schogk und 21 groschen.
Was dann von zugange des siedens und probirung obgerurt uberloufftes seyn wirdet, szal yn zwey teyl geteilt werden.
in welcher zceche ader gruben mann silber machte, doch nicht als vil, das mann eynicherley oberlaufft uber die bergk- und huttenkost hette.
so gott der almechtige gebe, das mitler zeit uberlauf von neunden und mer etwas mit dem stolart ader kwerslegen uberfaren und erbaut wirde, ein uberlauf werr, das ßal außgegeben und geteilt werden noch anzal der zechen.
Ebd.
187, 11
: was dan Portner und Fyscher zu uberlauf haben, ßollen si in der wage teilen.
alles das [...] wir [...] die drithalben czentner wiget [...], uber funff quent goldes ader silbers vorgedachtes gewichtes machen werden, denselbigen uberlauff, oder was und so vil uber die funff quent gemacht wirt, den halben teyl geben sollten.
3.
›Aufstand, Tumult, Aufruhr (gewaltsamer Art)‹; vgl. 4.
Syntagmen:
den ü. rächen
; der ü
. [wo] geschehen
; j. sich überlaufes halben schwerlich erhalten können
; j. in / von einem ü. wund werden, jn. in einem ü. abstossen / enthaupten / erschlagen, zu babste machen, j. vor ü. sicher sein
.Belegblock:
Er
[ein Prädikant]
ist from und zimlich geleert, kan sich aber vielfeltigen uberlaufs halben zu Brunslar schwerlich erhalten. dirre keyser und sine muͦter wurdent zuͦ Rome in eime überlouffe erslagen.
Benedictus [...] wart mit eime überlouffe von den Roͤmern zuͦ bobeste gemaht und Leo abegestossen.
Die [Amptslütt] farend mitt im darvon gschwind / | An ort da im liechts gebrist / | Vnd er vor v̈berlouff sicher ist.