übergut,
Adj.
charakterisiert (auch als Lehnübersetzung von
superbonus
) die jeweils in Betracht stehende Sinneinheit als ›höchstmöglich, höchst denkbar, das normal Positive, darunter (speziell in Texten der Mystik) Glaubensfakten übersteigend‹; als übergut
seiende Größen sind belegt: die einer Minnedame zugeschriebene Schönheit, die minne
1, wirdekeit
, weisheit
, die für die Gottesmutter angenommene barmherzigkeit
1, güte
2; 3; 4, auch got
1 und die Qualitäten der dreiheit
. Im Umfeld der Zitate häufen sich Bildungen mit über-
(z. B. überleuchtend
; mehrfach), mit aller-
(z. B. allerfinsterlich, allerhöchst, alleroffenbarst
), mit un-
(z. B. unbekantlich, unmitbekerlich, unsichtig
); zu (Präp.) 10, vgl. (Adj.) 1.Im 15. Jh. auslaufend; Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
Wortbildungen:
übergüten
Belegblock:
Her uf spricht sanctus Dyonisius, wann er got nennet, so ist daz allweg sein sprechen, (wann er got nennet) so heizt er got den ubergúten got oder den uberweisen got.
So wizze des ein warheit | Daz Got so uber gute ist | Daz [...].
Wip saßen in der sele sal, | [...] | sie waren schon und übergut.
Der [sun] aller engel schar | Behuset und behütet, | Mit güte übergütet | Barmhercziglich oun end.
O trinitas, dreyhait, [...] schick vnd belait vns jn den v́ber vnbekantleichen, vͤberleuͤchtenden, vͤberguͦtten, aller aͤrtleichisten vnd allerhoͤchsten spicz vnd gipel, da [...].
Ebd. B
637
: das da ist vͤber alle alleroffenbarist, allerscheinendist vnd jn dem alles vnd alles vberleuͤchtet vnd der vnsichtigen vberguͦtten glaͤnstungen vͤbereinfullend die vnsichtigen verstaͤntnuß.