1
rösten,V.
(gelegentlich ohne Umlautkennzeichnung rosten
); auch 2
röschen1.
›etw. durch Erhitzen knusprig braten, backen; etw. (durch Wärmezufuhr) trocknen, dörren, einem Stoff die Feuchtigkeit entziehen‹; auch bildlich.Syntagmen:
etw
. (z. B. den hafer, das ferkel
) r., etw
. [wie] (z. B. wol, auf einem rost, in der pfanne, in einem feuer, in / mit öl
), [wie lange] (z. B. x tage / wochen
) r
.; der geröstete semmelkuchen, die geröstete gerste, das geröstete brot / ei / fleisch / gerstenmel, die gerösteten galäpfel / weinberen
.Wortbildungen:
röschung
2
rossen
rösteisen
röster
1
rostig
rostiger hering
) ›geräuchert‹, Belegblock:
In der kuichen: [...], 1 blaisbalch, 1 roister.
Alz ez [ferkelin] denne wol geroͤst si, so nim [...].
darauff groß gelt gangen ist für torgisch bier und rostige häring.
Er [Hafer] mus nach gelegenheit des wetters, auch darnach er zu erhegen, vierzehen tage oder drei wochen rösten, damit er mürbe werde.
Rostpfann oder schart odʼ schmeltzpfann. [...]. Röschung des fleisch.
Min schoͤni hat mich verstossen, | Ich muͤs in der helle rossen!
nim die grüen weineste wenn man si absneidet und röscht si in ainem feur.
Meine gepain di sint als ob si geröst sein in der pfhannen.
2.
›jn. / etw. (mit dem Feuertod) peinigen, martern, quälen‹; speziell auch: ›jn. mit Brandschatzung schädigen‹; als Ütr. eng anschließbar an 1.Syntagmen:
jn. / etw. r., jn
. [wie] (z. B. in heissem schmalz, in der helle / pein, mit manchem stos
) r., sich in unmut r., js. herz in angst / herzeleid r
.; subst.: das rösten
(Subj.) [wo] gros sein
.Wortbildungen:
röster
Belegblock:
zwar diß Roͤsten / Sengen / vñ Brennen / ist ein zeitlang in vnserm lieben Vatterlandt so groß gewesen.
Etlich liess er [Trakel] verwunden | [...] | etlich rosten in haissem schmalcz.
Sie
[religiöse Gegner]
gehoͤren zuͦsamen in den rauch. | Da woͤllen wir sie roͤsten vnd bachen. unser veint tun uns chain laid, | Christ, der argen röster.
mein herz, das wirt geröscht | mit manchem seufften stoss.
3.
›Erze, Metalle ausbrennen‹ (im Bergbau).Gehäuft bergbau- und verhüttungsbezügliche Texte.
Wortbildungen
(im Bw rost-
und röst-
, daher auch teils an 1
3 anschließbar): rostecke
roster
rostfeuer
rösthaus
rostherd
rosthütte
rostplaz
rostschichter
roststat
röststelle
rostwerk
Belegblock:
Dieselben thüren bey und neben den gewergkschaften ofen und schichten nicht schmelczen, auch neben ihrem rösten nicht rösten.
[das er] mochte [...] verleyhen gruben stellen [...] czechen waschwergk [...] hutten [...] röstheusser allerley metallen.
Vom geschenk des meisters und rostschichters. [...] so soll ihm der hüttenherr [...] eine rostecke [...] zu schenken verpflicht seyn.
Es sollen [...] die obgenanten gewercken [...] uf unsern gebirgen [...] frey haben holcz zu fellen [...] und furen als kolholcz rust- und brenholcz.
Es sollen kein gewerck noch huttenherr dem andern sein arbeiter koler roster schmelzer [...] nicht abwenden noch ungewonlich lon bezalen.
dass sie vleissig [...] erforschen haben, wie solch erzt [...] von den bergen rostherden und hutten abgetragen wurd.
verordnen wir [...], dass unser gewercken [...] alles holz, was sie [...] zu [...] rost- und schmelzhutten [...] und ander notturft bedorfen, [...] hauen lassen.
Wann verurbartes ertz bei den rostplätzen zu dem andern hinzugetan wird, so darf hiervon kein muldengeld mehr gegeben werden.
darzu auch frei wege und stege, sowol die wasserflusse schmelzhütten und röststellen zu machen.
von dem brant der metallen, von dem brande aus den salzwassern, kupferwassern, rostfeuer und von schlacken.