überschreiten,
V., unr. abl.
1.
›über etw. (in 1 Beleg: über jn.) hinwegschreiten, gehen‹ (sowohl im räumlich horizontalen wie im vertikalen Sinne auffassbar); ›auf ein Pferd steigen, aufsitzen‹ (räumlich vertikal gesehen); vgl. (Präp.) 1; 2.Phraseme:
das betbret überschreiten
›ins Bett steigen‹ (ütr.).Wortbildungen:
Belegblock:
Der Schecher am creütze uberschrytt die zway unnd viertzig stapffeln auff ein mal mit einander und kam balde zuͦ Christo.
sÿben mennern nocheinander vortraẇett. [...] von stu̇ndt sÿe sich zcu̇gelegt, einer nach dem andern. Vnd das bettbrett. oberschrÿtten.
Ebd.
78, 5
: App auch der vater vff der swelle lege, Oberschreit den vater vnd mitt trũcken augen lau̇ff zcu dem banÿr des kreu̇tzes.
muß ich schon darvon / | So vberschreit ich doch des lebens enge schrancken: | Der name der mir folgt ist meiner sorgen lohn.
und sullen auch furbaz dhein pfert in der stat dinst uberschreiten, ez sei dann, daz sie den rate dorumb biten.
Der frauen schent, der ist wol wert, | Das er überschreitt nimer kain pfert, | Tanzen, paden, frauen und wein | Die viere schüllen im verpoten sein.
Transgressio, Ein vberschreittung vbertrettung.
Manig edel rosse vil gemaitt | Von herren über schritten ward.
Vberschreyten vber etwas schreyten.
daß er [...] kain roß mer überschreiten noch besitzen wolle.
2.
›etw. (Verbindliches, z. B. Rechte, Pflichten, natürliche Gegebenheiten) übertreten, überschreiten; etw. (die anerkannte Würde einer sozialen Gruppe oder verfassungsrechtlichen Instanz, z. B. eines geschlechtes
7) gleichsam mit Füßen treten, herabwürdigen; sich über etw. hinwegsetzen‹; speziell von der Menschwerdung Christi: ›die Seinsgrenze zwischen Gottheit und Menschheit überschreiten‹; als bildlich oder ütr. an 1 anschließbar.Belegblock:
Wen her
[Christus]
die craft uberschreit | An sinnigem gemerke | Der menschlichen sterke. wann sie etwan liederliche indicia oder das Maß in der tortur vberschritten haben / so [...].
In lop der höchsten wirdikeit, | die nie der himmel überschreit | noch nimmer ummesweifen kan, | ich tummer fa zu tichten an.
Do fieng an die creatur ir selb zu gefallen und got ir misfallen, do ist die gehorsam zerbrochen und das gebot uberschriten.
daß so ain uralte [...] stat, [...], soll also von dem groben, unverstendigen poͤvel geregiert, [...], daneben gedachte erbere geschlecht so gar überschritten [...] werden.
Belegblock:
4.
›in einem zeitlichen Ablauf (z. B. einem Erzählfaden) etw. (z. B. einen einzelnen Inhaltsteil) übergehen, auslassen‹; vgl. (Präp.) 3 (ütr.).Belegblock:
wie etlich verdam̃te. [...] wyb vnd manns personen [...] erschinen syend / vnnd die vrsach jrer verdamnuß jnẽ anzeigt habind / die ich mit flyß überschryten.
dessen ain große anzal zuͤ erzelen weren, wie auch wol von nöten, doch kürtze halben überschritten und nit über zwen eingefuert sollen werden.