überschreien,
V., unr. abl.,
auch regelmäßige Formen.
›jn / etw. (z. B. js. Namen) laut redend übertönen‹; teils negativ konnotiert im Sinne von: ›jn. niederschreien, schreiend zu etw. nötigen‹; vereinzelt positiv, dann: ›etw. aufs Höchste rühmen‹; vgl. (Präp.) 2 (ütr.); 10.

Belegblock:

Luther, WA (
1522
):
Aber Christus geyst soll und muß das geschrey ubirschreyen, das ist, stercker zuuorsicht machen, denn das vortzagen ist.
Ebd. (
1544
):
Wie auch der frome Martrer Johannes Huss in jrem Hellischen Concilio zu Costentz damit von Teuffel uberschrien und verdampt ward.
Niewöhner, Teichner
537, 20
(Hs. ˹
nobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
so kuͤmt denn ein leithauser | mit einem haller oder drein. | den kan nymant uberschrein.
Gille u. a., M. Beheim
349, 26
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ain weip in [Aristatiles] uber schraite, | mit scharpfen sparen raite | vnd machet in gezem.
Spanier, Murner. Narrenb.
86
, Titel (
Straßb.
1512
):
Jeder gouch wil syn so fry, | Das er den andern über schry.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
legt alle schuld auf die Juden, die hieten in [Pontius Pilatus] überschrieren, das er in Christum zu creutzigen vergünt hiet.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
238, 25
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
mag aber der wirt dem vorfluchtigen daruon gehellffen, ee das der richter ze Hahennaw chumpt vnd ee das er vberschriren wirt, der wirt ist niemant nichts verfallen.