überrennen,
V.
1.
›etw. überfluten, vollständig bedecken‹; vgl. (Präp.) 2; 3, (V.) 3.
Bedeutungsverwandte:
1; 3, ; vgl. .

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
408, 4600
(
Magdeb.
1608
):
Das ehemals daß Wassr alle Land / | Mit einer Suͤndfluth vberrant.
Ebd.
391, 4118
:
daß Fewr wuͤrd alles verbrennen / | Das Wasser alles vberrennen / | Die Erd alles gantz vnterdruͤcken.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel Var. (
Straßb.
1466
):
durch daz do die werlt verdarb vberunt
[Var. 1475
2
–1518:
bedecket oder v́berrennent
; 1507–1518:
über rynnet
;
Eck
1537:
mit dem sindtfluß verderbt
;
Luther
1545, 2. Petr. 3, 6:
mit der Sindfluͦt verderbet
]
mit wasser.
2.
›jn. gewaltsam (mit
berauben
1,
fangen, schlagen, verbrennen
einhergehend) angreifen, überfallen, überrennen‹ (im Subj. wie im Obj. von Einzelnen wie von Gruppen gesagt); vgl. (Präp.) 3, (V.) 2.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): vgl. 2, .

Belegblock:

Küther, UB Frauensee
394, 21
(
thür.
,
1530
):
uber dis alles hat Michel Flach [...] arme leuthe [...] uberranth, geschlagen, gefangen und heimgefurt zum Sehe.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
als nun der Onsorg [...] maint, er hett es wol geschafft, da prach die huet und rannten den Onsorgen über.
Ebd. Anm. 2 (zu
1561
):
haben sie ine mit ainer statlichen anzal gerister pferdt uberrendt.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Da ward der degen uͤberrant | Mit virtzich spiezzen sotzehant.
Gereke, Seifrits Alex.
1783
(
oobd.
, Hs.
1466
):
zwo stet lagen czwischen da, | die wuerden von im uber rant, | beraubt und verprant.