überfluten,
V.
›von innerer Substanz überquellen, überfließen‹; trans.: ›(diese Substanz) ausströmen‹; dazu ütr.: ›hochmütig werden‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.).
14. und 15. Jh.; Verstexte.
Syntagmen:
j. ü
. (absolut); j. reichheit ü
.; das herz von tränen ü
.Wortbildungen:
überflut
minne
); 2 ›übergroße Menge‹ (dazu bdv.: ), überflütig
überflutig werden
).Belegblock:
Daz sint die misgemuten, | Die richeit uber vluten | Und noch irme mutwilen leben.
Der wise man otmutic, | Der sich sins valles hutet, | Daz her nicht ober vlutet
(wohl: ›hochmütig wird‹). vluch unde lugen und blutgyzen unde dube und ebrechin sint ubirvlutic wurden
[
haben vbervndetMentel
1466: ; Var. 1475
hat vber hand genomen2
–1518 / Dietenberger
1534 / Luther
1545: ;
seind sie maͤchtig wordenWormser Proph.
1527: ;
hat überhandFroschauer
1531: ].
Die [gewalt gottes] so vil genaden treit, | Unde ander süzen gute, | Die mit uber vlute | Sich teilet aller girde.
Jn deser zijt wart twasser groyt | Jnd wuessz gar seer oueruloedych.
Wenn einer lebt in vollem fraß, | Der wirdt faul, treg, gleich wie ein aß; | Drumb ist die fuͤll vnd vberflut | Schedlich, zu keiner tugent gut.
Entflammen und funkeln | Wart in mir da der mynnen gluͤt; | Und von der hitze uber fluͤt | Wart sie zu mol do lochtzen, | Daz ich wart schryen und ohtzen.
Dar auss get hupsche zucht und tugend manig valt, | unmessig über flütig.