überfluten,
V.
›von innerer Substanz überquellen, überfließen‹; trans.: ›(diese Substanz) ausströmen‹; dazu ütr.: ›hochmütig werden‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.).
14. und 15. Jh.; Verstexte.
Bedeutungsverwandte:
3, (V., unr. abl.), 3,
1
, 2, .
Syntagmen:
j. ü
. (absolut);
j. reichheit ü
.;
das herz von tränen ü
.
Wortbildungen:
überflut
1 ›überquellender Fluss‹ (der Gnade Gottes; auch: der Glut der
minne
); 2 ›übergroße Menge‹ (dazu bdv.: ),
überflütig
1 ›überströmend, reißend‹ (vom Wasser); 2 ütr. ›überhandnehmend‹ (in der Wendung
überflutig werden
).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
Daz sint die misgemuten, | Die richeit uber vluten | Und noch irme mutwilen leben.
Der wise man otmutic, | Der sich sins valles hutet, | Daz her nicht ober vlutet
(wohl: ›hochmütig wird‹).
Ziesemer, Proph. Cranc. Os.
4, 2
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
vluch unde lugen und blutgyzen unde dube und ebrechin sint ubirvlutic wurden
[
Mentel
1466:
haben vbervndet
; Var. 1475
2
–1518 /
Dietenberger
1534 /
Luther
1545:
hat vber hand genomen
;
Wormser Proph.
1527:
seind sie maͤchtig worden
;
Froschauer
1531:
hat überhand
].
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Die [gewalt gottes] so vil genaden treit, | Unde ander süzen gute, | Die mit uber vlute | Sich teilet aller girde.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1447
(
Köln
1476
):
Jn deser zijt wart twasser groyt | Jnd wuessz gar seer oueruloedych.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Wenn einer lebt in vollem fraß, | Der wirdt faul, treg, gleich wie ein aß; | Drumb ist die fuͤll vnd vberflut | Schedlich, zu keiner tugent gut.
Pyritz, Minneburg
4494
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Entflammen und funkeln | Wart in mir da der mynnen gluͤt; | Und von der hitze uber fluͤt | Wart sie zu mol do lochtzen, | Daz ich wart schryen und ohtzen.
Gille u. a., M. Beheim
268, 42
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Dar auss get hupsche zucht und tugend manig valt, | unmessig über flütig.