über|1laden,
V., unr. abl.
1.
›etw. (z. B. ein Lasttier, ein Schiff) mit Fracht überladen, über das erwartbare Maß hinaus physisch belasten‹; in verschiedene Richtungen ütr. oder bildlich gebraucht; mehrfach im Part. Perf. überladen
›übervoll von etw.‹ (so von got
als fas der gnaden
gesagt); ›(mit Vieh) überbesetzt‹ (von einer Alpe); vgl. (Präp.) 1; 10, 1
1; 2.Nahezu ausschließlich obd.
Syntagmen:
ein flos, ein maultier / ros ü., jn. mit letzen ü.
; etw
. (Subj., z. B. der Sitz des Geschmackes) mit feuchte überladen sein
.Wortbildungen:
überladene
die
) ›Überbelegung‹ (eines Spitals mit Kindern).Belegblock:
Das schiff wird vberladen.
Hest du vermitten die grosse [súnde], so luͦge, das du nút vberladen werdest mit dem griene.
lange zitt da har vͥnsrer spittalen gelegenheiten vnd vͥberladni der spittalkinden, so denn von der tuͥren jaren wegen dar in komen [...] sint.
Vberladen / Zuͦ vil aufladen. Aggrauare, [...]. Ein schiff das Vberladen ist undergan gen vnnd zeboden versenckt.
Man mag ain groß Roß überladen | Das es fallet und nimpt schaden.
Dû scholt auch wizzen, daz des smackes sidel ist oben in der nasen [...] in zwain mäuslein; wenn die überladen werdent mit überiger väuhten, [...] so [...].
got der ist ein vaz der gnaden | gar derfult und uberladen.
2.
›jn. wirtschaftlich überbelasten‹; bei Eigenverschuldung: ›über seine Verhältnisse leben, sich übernehmen; etw. (ein Wirtschaftsgut) mit etw. (z. B. mit Zinsen, Auflagen) belasten, überfrachten; (eine Instanz) mit Schwierigkeiten belästigen‹; offen zu 3; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.); 10, 1
3.Überwiegend obd.
Syntagmen:
den freund mit freunden ü., j. / etw
. (Subj.) jn
. (z. B. die leute
) ü., j. jm. die müle mit (unüberwindlichen) zinsen ü., das haupt des bäbstlichen stules mit trübsal, das kirchspiel mit beschwerung / abzug, das reich mit schaden kräftiglich ü
.; refl.: sich mit hochzeit ü
.; im Part. Prät.: j. mit buben (faste), mit schulden, von den priestern / geistlichen, die höfe mit angst, schaden, zinsen
(z. B. schwerlich
) überladen sein
.Belegblock:
und woren die leien von den geistlichen so sere uberladen, das es nit wonder wer gewesen, [...], das die Hussen und ketzer [...].
das ir myr hat meyn moͤll [...] myt unuͤberwyntlichenn czynssenn hat uberladenn.
Daz rich mit angst unde schaden | Kreftenklich ward überladen.
es were der zechenden / belonungen / oder bschwerden halb dero sich der gmeyn man beclagtte / von den priestern überladen sin.
auff dem lannd sein guter ecker und wisen, als höff
sein,
die sein nü swerlichen mit zinsen überladen. Wiert frewnt mit frewnt úberladen, | Daz ist der veinde willen.
wer aber nicht im pundt was, der was mit in [pueben] vast uberladen.
3.
›jn. mit etw. (zu seinem Nachteil Gereichendem) belasten; jn. e. S. beschuldigen‹ (rechtlich gesehen), beide Nuancen nur selten belegt; in der Mehrzahl der Belege im Part. Perf. stehend, dann: ›mit schweren Aufgaben, mit psychischen sowie körperlichen Zuständen, darunter Krankheiten, Armut, Alter, von Angriffen behaftet, belastet, gequält‹; diese können eigenverschuldet sein, aber auch außerhalb der Einflussmöglichkeiten des Einzelnen liegen; vorherrschend ist die immer negative Wertung; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.), 1
3.Gehäuft ˹älteres und mittleres Frnhd.; Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘˺, oft gebundener Form.
Syntagmen:
j. jn. schwerlich / sere, mit todes pflicht ü
.; im Part. Perf.: j. von hunden / mördern überladen werden, mit einbildung / phantasie / gebresten / has / neid / schaden / sünde / untreue, mit einer bürde
(ütr.) überladen sein, j. / die sele mit sünden, der leib mit trunkenheit überladen sein, j. mit sünden überladen
(subjektbez. präd. Attr.) gehen
; das überladene herz
; subst.: das überladen des
[›durch‹] siechtums
; nachgestellt: überladen mit geschäften, von siechtum
.Wortbildungen:
Belegblock:
er lieb spur ich nit viel, mit predigen bin ich uberladen.
wie die Seele auch vom Leibe beschweret wird, wo er mit trunckenheit uberladen ist.
Doch sol der schulmeister vleis haben, das die kinder nicht uberladen werden.
of ich [pilgrim] van morderen of hunden | Worde oeverlaiden zo eynchen stunden.
da wart gar eyn groͤz gehuͤcze | von den vorvlochten Juͤden, | dy
e
en [Jesum] soͤ swerlich ubirluͤden. we und ungemach im, wer mit alters bürden wirt überladen bei allem reichtum muß er arm wesen.
Hevt vnd immer mere | Vber laden mit herzen sere | Bin ich vnd wunt an minen tot.
Er hate gar ein leblich natur in siner jugende. Do [...] er
[Seuse]
markte, daz er mit im selben uͤberladen was, daz was im biter. so werdent sú [menig edlú sele] von der verhengde miner strengen gerehtikeit mit menger sweren burdi úberladen.
da von so gan ich úber laden | mit allen hopt súnden.
Sunder baß, hien geleit die úber ladenden búrd aller yrdischen begirden on alles verziehen.
noch müss din [des ritters] raisse | Dir bringen maniger handen schaden, | Daz du den kung über laden | Hast mit grimes todes pflicht.
Dar [Gomorra / Sodoma] inne verbran lút und lant | Von ungenanter suͤnde schaden, | Da mit sÿ waren úber laden.
neid und haß, der sele schaden, | wer damit ist überladen, | der soll [...].
Aggrauation, beschwaͤrung / beladung / belestigung, vberladung.
Von uͤber ladung der suͤnden.
hiet ich ainen priester do gehabt | weyser dann her Salomon, | ich möcht nit gepeichtet han | von des siechtum überladen.
da schied die edel witib [...] da hin gen Ofen, vber laden [...] mit ainer sweren purd.
verfinstert mit einpildung vnd mit fantasey v́berladen
[vom
gemuͤt gesagt]
mag nicht ein gen durch verstentleichait.