überschätzen,
V.
Gehäuft obd.; vielfach Rechts- und Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
überschätzung
Belegblock:
die da wollen strijden | [...] | Mit manicher hande undernemonge, | Mit gewalt und uberschetzonge.
die bürger sein sehr überschatzt worden etliche zu hunderten, [...] thalern geben müssen.
die Stadt Nürnbergk, wie sie von Margraff Albrecht überschatzt und ihme noch große summen hatten verschreiben müssen.
Donoch wart der keyser boͤse und grytig und überschetzete sine armen lüte.
Darnach gab uns der selb Eberhart [...] den úberschatz und ouch alle die zins, [...], uff an unser hand.
[der herr] getrúwe darumb, das die benempten von Sanon im soͤlichen uͥberschatz, kosten und schaden ablegen soͤllen.
so begerten si, das sich die benempten herren [...], in bescheidner werschafft wellten lassen benuͤgen, wand si veisser ziger wellen haben, [...], da mit si aber die selben lút [...] uͥberschetzen.
Rennefahrt, Zivilr. Bern .
2.
›seine eigene Arbeit, Leistung o. Ä. zu hoch einschätzen, überbewerten‹; damit: ›(einem Abnehmer) eine Leistung zu hoch berechnen, ihn übervorteilen‹; vgl. (Präp.) 1; 2; 3 (ütr.).Gehäuft wobd. / oobd.; gewisse Beleghäufung für Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
einander ü., j. die knechte / leute, den gemeinen man
(z. B. der belonung halb
) / den nächsten ü
. (z. B. sichtiglich, wissentlich, in käufen
), die fürsprechen die parteien ü
. (z. B. in der belonung
).Wortbildungen:
überschätzung
Belegblock:
denn es was ein gros geitzen und wuchern unter yhnen; wilcher den andern uberschatzen und mit liegen betriegen kuͤnde, der hatte gewonnen.
das die fürsprechẽ / die parthien so vor vnserm rat oder dem Stattgericht zuͦ handlen haben in der belonung nit überschetzen.
welicher daͧwider
[gegen eine Preisregelung]
gehandelt hab, den überschatz zuͦ bekeren. als dann der gemein man von ettlichen des handtwercks der belonung halb uͥberschetzt moͤchte werden, wellen min herren, das [...].
Es soͤllent ouch die schriber erberluͥt, [...], der belonung halb zimlich und bescheidenlich halten, und niemandt uͥberschetzen.
vberschaͤtzen / zu hoch vnd zu thewer schaͤtzen.
wenn wir nü in kauffen unsern nechsten uberschetzen [...], so pricht es das pot gots.
So hat er [...] inen auch etwan bargelt umb gar hoch interesse geliehen, sie darum hoch überschetzt, verfortailt und betrogen hat.
Der wucher und die überschetzung was bei inen unbekant.