rumpf,
der
;
–/-Ø, -e
+ Uml.;
Herkunft und möglicher semantischer Bezug zu unklar (vgl.
Kluge/S.
2011, 777
) bzw. nur für Bedeutungsansatz 6 plausibel zu machen (; ).
1.
›Zentrum, Hauptteil des menschlichen oder tierischen Körpers mit Sitz der lebenswichtigen Organe (ohne Kopf und Gliedmaßen)‹; auch ütr.: ›Lebewesen, Gestalt‹.
Phraseme:
etw. / jn. zu rumpf machen / schlagen
›etw. / jn. verstümmeln, zu Brei schlagen‹.
Bedeutungsverwandte:
1; 3, 1; vgl.
2
,
1
2.
Syntagmen:
j. ein r. sein
;
der kopf an den r. wachsen, Eulenspiegel in dem r. des pferdes stehen
;
ein armer r. gegen got
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
522, 497
(
Magdeb.
1608
):
Vnd wie sie
[Bauern, die zu Fröschen mutieren]
sich zu ruͤck gebeugt / | Der Frawn das weite maul gezeigt / | So wuchs der Kopff da an den Rumpff / | Vnd der Halß verlohr sich im strumpff.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob (
omd.
,
1338
):
Waz bin ich arm rumph ken Gote.
Bobertag, Eulensp. (
Straßb.
1515
):
er [...] schnit im [pferd] bald den bauch vff, vnnd schuttelte im das ungeweid heruß, vnd stuͦnd in dem rumpf.
Jörg, Salat. Reformationschr.
627, 4
(
halem.
,
1534
/
5
):
ein starke party der secter / die [...] überhand nemenn / und [...] zuͦ Rottwyl ouch rumpf zuͦ machen und stürmen / die helgen sacramentt / kilchen / und ceremonien.
Wyss, Luz. Ostersp.
9063
(
Luzern
1545
):
[Jesus wird an das Kreuz genagelt]
der nagell schladt im dfüss zuͦ rumpff, | er ist dauornnen gross vndd stumpff.
2.
›Hauptteil der Kirche, Kirchenschiff‹; ütr. zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 4, 1, .

Belegblock:

Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
2, 1, 657, 17
(
rib.
,
1583
):
Dem pastori ist obgelegen, den choir beuig zu halten, abbas praedictus den rump der kirchen und die nachbaren den thorm und umbgank des kirchenhofs.
3.
›ein aus Baumrinde gefertigtes Gefäß zur Aufbewahrung von Butter, Harz u. Ä.‹; auch: ›(Getreide)hohlmaß‹.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , , (
die
),
1
1, 1, ; vgl. , 1.
Syntagmen:
jm. x r
. (Pl.)
mit e. S. geben
;
harz in den r. giessen, der dieb zieger
›Butter‹
aus einem r. nemen / veruntreuen
;
x r
. (Pl.)
ausser einer rinden (gemacht), ein r. (mit) haber, kole, harz / mel / korn / malz / rindfleisch, anken / erdberen
;
anken in rumpfen
.
Wortbildungen:
rumpfanke
›Butter in einem Gefäß aus Baumrinde‹,
rümpflein
.

Belegblock:

Merk, Stadtr. Neuenb. (
nalem.
,
1495
):
von einem rumpf mit anken zwen phenning. Item von zwaien rumpfen mit harz zwen pfenning.
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
139, 39
(
halem.
,
1367
):
anken in zeinen oder in rúmpffen.
Bächtold, N. Manuel., Papst
108, 133
(
Zürich
1525
):
Der opferet sant Grix ein hasen, | Zwei ristli werk, drü rümpfli harz.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
haben die edelleut von Dalburg [...] ain hof zu Wormbs, da ist inen järlichs ain rath schuldig, uf den pfingstag zwen rumpf, usser ainer rinden gemacht, mit erpör zu geben.
Qu. Brassó
5, 428, 28
(
siebenb.
,
1612
):
Zu dieser Zeit hot das Korn gulden fl. 2 ein Romp, [...], 1 Romp Malz fl. 2.50.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
458, 39
;
514, 1
;
Merk, a. a. O. ;
Welti, Stadtr. Bern ;
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Man.
15, 140
;
Schnyder, a. a. O.
689, 28
;
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 290, 13
;
661, 14
;
Qu. Brassó
4, 13, 44
;
44, 21
;
46, 34
;
5, 381, 41
;
437, 1
;
Vgl. ferner s. v. , .
4.
›Eingießtricher in der Mühle‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, 1.
Syntagmen:
die steine in runden rumpfen gehen
.

Belegblock:

Lau, Qu. Siegburg (
rib.
,
1355
):
unde die steine solen ewelichen und erflichen in runden ruͦmpen gain, also as anderswa in anderen molen geweynlich unde recht is.
5.
›minderwertige Muskatnüsse, Bruch von Muskatnüssen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
1, .

Belegblock:

Rennefahrt, Wirtsch. Bern (
halem.
,
1518
):
Zuͦ kyndbetteren würtz sol man nemmen: [...] 2 lot muscatnuͥß und nit ruͥmpf.
6.
›Falte, Runzel‹;
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
keine rümpfe an pflaster und binden lassen
;
die zal der rümpfen
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Runtzel, rumpff.