richtschnur,
die
,
vereinzelt auch
der
.
1.
›gespannte Schnur zur Absteckung gerader Linien‹;
vgl. 1; 2.

Belegblock:

Volkmar (
Danzig
1596
):
Amußis, ein richtschnur / bleywag.
Voc. Teut.-Lat.
bb jr
(
Nürnb.
1482
):
Richtschnur als eins zymmermãs. linea odʼ linie.
Hulsius (
Nürnb.
1596
):
ein Richtschnur oder fade / damit man zeychnet vnd schlichtet.
Maaler (
Zürich
1561
):
Mit der Richtschuͦr abmessen. [...]. Nach der Richtschnuͦr ebnen / Gleych vnd eben machen / Fleyssigklich vnnd eigentlich maͤssen.
richtschnur / damit die Zimmerleuthe das holtz zeichnen.
2.
›Orientierungsmaßstab, Handlungsmaxime; Norm, Richtlinie‹;
vgl. 5.
Bedeutungsverwandte:
(
das
) 11, (
die
) 1, 4, 1, .

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
635, 21
(
Lübeck
1639
):
Die Rechten sagen / Kaͤyserlicher Mayestaͤt sey das lebend Recht auff dem Erdboden vnd der Rechten Richtschnur.
Luther, WA (
1531
):
Jhr richtschnur ist ausgangen ynn alle lande und ihr rede an der welt ende.
Ebd. 8:
Die richtschnur hie bedeut so viel als ein richtung, regierung odder spruch.
Gropper. Gegenw. (
Köln
1556
):
alweg als vor ein Regel vnnd gewissen Richtschnur gehalten worden ist.
Stoltzius, Chym. Lustg. (
Frankf./M.
1624
):
Welche dir dann ein Richtschnur fein | Unsr angenom̃nen Arbeit sein.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
O du Goͤttlich gewalt sey hoch gegruͤst, | Ein Richtschnur der einigkeit du bist.
Schorer, Sprachposaun
72, 23
(o. O.
1648
):
recht heraus nach dem Richtschnur Goͤttliches Wortes.
Maaler (
Zürich
1561
):
Der Richtschnuͦr nach / das ist / gar fleyssig vnd eigenlich machen.