richtscheit,
das
;
-s/–
.
1.
›Stab zur Prüfung der Geradlinigkeit eines Gegenstandes, Lineal‹; speziell: ›Messstange von Holzarbeitern und Maurern‹; häufig im Orientierungsfeld mit ähnlichen Messwerkzeugen genannt: , 2, , , , ;
vgl. 2.
Bedeutungsverwandte:
, , .

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Linial richtscheid bleywag senckel schnur winckelmaͤß.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
85, 3
(
Frankf./M.
1568
):
Jch bin ein Steinmetz lange zeit / | Mit stangn / Winckelmaͤß vñ Richtscheit / | Jch auffricht Steinheuser.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1513
/
5
):
Nÿm ein richtscheit vnd stich mit puncten dorawff dÿ leng zwischen dem halsgrüble vnd des vndersten knorren awssen am schinpein.
so red ich doch hy fan eim solchen puncten vnd linien, dy mit einer nadell [...] gerissen mügen werden an eim richtscheit.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
das geRichtet werden mag / odʼ dz nach dem richtscheit ist. [...]. vnRichtig / oder das nit ins richtscheit mag gebracht werden. [...]. nach dem Richtscheit.
Maaler (
Zürich
1561
):
Richtscheyt / damit man die krumben waͤg abmißt oder verzeichnet. [...]. Das nach dem Richtscheyt ist.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2212
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein futral, darin ein reißzeug von lautter messine circul, winckelmaß, richtscheitl, bleyfederr.
Schmitt, Fachprosa
34, 27
(
noobd.
,
1486
):
leg ain richtscheit oder linial avf das n bei dem e avf der lini e h.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
hetʼs auch gelernet von dem maistern des richtscheits und winkelmaß.
Zuelest lernt die geometrei, wie recht sein söllen alle größ [...]; wie man alle ding außmessen abmessen absehen und aufeinander reimen sol, mueß alles aus dem winklhacken pleiwag rechtscheit schnuer gên.
2.
›Maßstab, der zur Orientierung dient; Richtlinie, Orientierungsgröße‹;
vgl. 5.
Bedeutungsverwandte:
2
2,
1
1, 1; 2, 2, , (
die
) 5, 1.

Belegblock:

Luther, WA (
1544
):
Christi wort, Das sol hie allein das richtscheid und die probe sein.
Ebd. (
1539
):
Darumb lasse dir dis den prufe stein, richtscheit, bley und woge sein, sie zu urteilen.
Anderson u. a., Flugschrr.
7, 8, 10
(
Straßb.
1524
):
Folgt das alle Christen yegklicher für sich selbs sol vrteylen die leren [...] nach dem richtscheit der heyligen Bibel.
Schade, Sat. u. Pasqu. (
orhein.
1520
):
hat uns also sin [Christi] evangelische leer hinder im zuͦ letz gelon als ein muster und schnuͦr oder richtschit, nach wölichem ein ieder christen mensch als sin thuͦn und lon meßen und urteilen sol.
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern (
halem.
,
1601
):
Schwerend die eherichter [...] nach dem rechten richtschyt goͤttlichen worts die sachen [...] zu endtscheiden.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
3, 77, 5
(
Luzern
1528
):
Die dann das richt schit, schnuͦr, grundt feste vnd einiger richter des woren Christlichen glaubens ist.
3.
›einem Richter als Lohn zustehende Holzscheite‹;
vgl. 12.

Belegblock:

Schweiz. Id. (a. 
1650
).