Helm, H. v. Hesler. Nicod.
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die Juden Jesum furten hin | aber wider an Pilaten, | [...] | daz er in rihten wolde.
v. Bunge, Livl. UB
4, 274, 24
(
nrddt.
,
1390
/
1400
):
he droste hefft nen andel an dem borgergelde, men allene an dem richte gude und an dem wedeschatte hefft he de helffte.
Große, Schwabensp.
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
daz sal der keyser med dem swerde richten vnde mid dem werliken richte vnde mid der achte.
Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
475, 6
(
Bremen
1647
):
ein vnschuldige / damit sie nit noch einmall vom Richtplatz an die marter muͤsse.
Strehlke, Nic. Jerosch. Chron.
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
er sach | einen richter sitzin | [...] ûf sîme richtgesêze.
Toeppen, Ständetage Preußen
4, 108, 4
(
preuß.
,
1453
):
dieselben brive legen allhie in der keiserlichen richtlade.
Dan gott [...] will auch haben, die er selb richte und vordampne, das seyn die großen und gewaltigen tyrannen.
Ders. Hl. Schrifft.
Sir. 16, 20
(
Wittenb.
1545
):
[Der HERR] kan viel thun / des sich niemand versihet / Vnd wer kans aussagen / vnd ertragen / so er richtet?
[
Froschauer
1531 /
Dietenberger
1534 /
Eck
1537:
die werck seiner gerechtigkait
].
lasset vns nicht mehr einer den andern richten
vrteylent
]
/ sondern das richtet
viel mehr / das niemand seinem Bruder einen anstos oder ergernis darstelle.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
99, 42
(
1438
/
9
):
das sy [stat zu Vlme] eynem iglichen amman in irer stat den ban uber das blut zu richten furbas leihen mogen.
Loesch, Kölner Zunfturk.
(
rib.
,
1410
):
Sowie in desen sachen ungehoirsam were, da willent unse herren strencligen over richten.
Aubin, Weist. Hülchrath
(
rib.
,
16. Jh.
):
Das haus Helpenstein hat keine gerichtzpersonen, richtet gleichwol uber hals und bauch.
Dubizmay, kurß zu Teutze
50, 16
(
hess.
,
1463
):
ihesu cristi aller der werlt | heylant wenn du mit dem | vater vnd mit dem heyligen | geyst herschest vnd richtest | an ende Amen.
Feudel, Evangelistar
39, 28
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
der vater [...] hat ym ouch gewalt gegebyn czu richtene dy toten.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 592, 25
(
omd.
,
1435
):
Alle schulczen sullen richten alzo vor noch lauthe erer briffe.
Thiele, Chron. Stolle
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
so wolde der koning von poln iss nicht losse richte noch tage.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
77, 41
(
nobd.
,
1452
):
wurde ymandt daruff geslagen an zu tode, solchs hette man macht, daruff zu richten.
Gille u. a., M. Beheim
57a, 19
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Was hie peschicht | von missetot | das richten wir!
Als pald umb ire werk unrein | gerichtet zu ewiger pein.
Dann so du [Erasme Roderadame] auß dem kelch trinckest, denn er [Christus] getruncken hat, so wirstu mit ihm regiren und richten mit gerechtigkeit, die nitt weißlich gehandelt haben.
Kohler u. a., Bamb. Halsger.
(
Bamb.
1507
):
Jch sol [...] mich rechts gerichts fleissigen [...] vnd richten dem armen als dem reichen.
Köbler, Ref. Nürnberg
68, 3
(
Nürnb.
1484
):
darumb dañ der weltlich Richter oder gericht richtẽ vnd entscheidẽ moͤgen vnd zerichten haben.
Richten. Recht und Gerechtigkeit / Urtheil sprechen.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 561, 5
(
alem.
,
1361
):
Und hant ôch alle frävele und uber das bluͦt ze richten.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
656, 23
(
els.
,
1362
):
Also beschach daz er fúrzucket wart vnd gefuͤret fúr den richtestuͦl gottes.
Krebs, Prot. Konst. Domkap.
8051
(
nalem.
,
1524
):
Jac. Groß plebanus
meldet, daß die Untertanen
den clainen zehennden, selgrät, opffer, bichtgelt, richtgelt, banschatz vnnd derglychen pfarrlicher rechten nitt mer raichen noch geben wollen.
Der Graf von Thierstein
[...] gab die selbe vogtye uf in min hand und an minen richtstab.
und sol och denne der richter dem selben kleger fuͥrderlichen richten und recht schaffen.
Boner, Urk. Aarau
449, 3
(
halem.
,
1443
):
fry lantrichter zuͦ Stuͤlingen [...], der zem richtbrunnen by Stuͤlingen vff dem lantag zu Gericht sitzt, erteilt [...].
UB Zug 979, 18
(
halem.
,
1454
):
Er nampt ouch darzuͦ einen verfallen zins [...] und ouch richtschillig und weibel loͤn der sachen.
Welti, Stadtr. Bern
(
halem.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
derselb sol nit schuldig sin, die sach durch die stubenngesellenn vnnd vff der stubenn richtenn zuͦ lassenn.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
(
halem.
,
1529
):
dargegen sol ouch ein herrschafft der statt Bern den kosten der gefencknus und was den richtlon beruͤrt abtragen.
daß ein gwüße anzahl verständiger männeren [...] erwöhlt werden möchte, die [...] urtheilen, richten und mehren sollind.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 75, 6
(
Luzern
1597
):
Wie der Pylatus glegenheit | zuͦ richten suͦcht nach gerechtigkeit.
Rihtstube / f. Chambre de conseils, Curia.
so wolten sie über sein sun und die andern knecht auch richten.
Müller, Stadtr. Ravensb.
196, 6
(
oschwäb.
,
1387
):
so ist gesetz, das man all manod umb unzucht richten sol.
Deinen veindt soltu richten vnd vrteilen nach den geseczen.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 12, 18
([
Augsb.
]
1548
):
man soll nit richten nach der that / sonder nach recht.
Ain Künig / der die Armen trewlich richtet / des Thron wirdt ewigklich bestehn.
Dirr, Münchner Stadtr.
(
moobd.
,
1377
):
Swaz daz rechtpuͦch und der stat puͦch hat, daz sol der richter richten in der schrannen.
Hör, Urk. St. Veit
241, 1
(
moobd.
,
1450
):
Notandum, daz wir ir daz gut lassen haben durch pet des richtscreiber zw Landaw.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Als pald aber sy gerichtt für dise tat [...], an stund ward sy unsinnig.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
(
m/soobd.
,
15. Jh.
):
Auch aber xiiii tag vor s. Merten tag sol von ider hueb einer komen und geben panscherf oder richtphening 1 ₰, und jeder von einer hueb zwai masl richtkorn.
Bauer, Imitatio Haller
101, 9
(
tir.
,
1466
):
Du solt [...] pekchlagen deine sünden, das du an dem jungsten gericht nicht gerichtet vnd geurtailet werdest mit den verdamten sündern.