rasten,
auch
1
resten, V.
1.
›Rast, eine Pause machen‹; häufig: ›sich ausruhen, erholen (meist von einer Anstrengung)‹; auch: ›untätig sein; sich säumen, (mit etw.) zögern‹ (aus Sicht des Sprechers tendenziell mit Kritik verbunden); als part. Adj. gerast
2: ›ausgeruht‹; speziell in Rechtstexten in Verbindung mit lassen
: ›etw. ruhen lassen, unbehelligt lassen, unterlassen‹; offen zu 2; zu (die
) 1.Phraseme:
ane rasten
›sofort, unverzüglich‹; gerast und geruht
›unangefochten‹ (in Rechtstexten; vgl. f.).Syntagmen:
das haupt
(Subj.) r
. (absolut); sich r
.; j. an tugend, auf einem feld, in js. haus, auf etw. mit genügede / lust r
.; eine rastende stat
›ungestörte Stätte zum Ausruhen‹, der geraste
›ausgeruhte‹ haufen, das geraste fusvolk
.Wortbildungen:
rastlichheit
Belegblock:
[sî] darnâch sich wantin | zum Colmin vor dî vestin | und dî âne restin | sturmetin.
dat man dem egenanten Johann sagen soele, dat hei dem ampte sulch beswirnis avestelle ind die sache voirtan laisse rusten.
dat die blaeverfer deme obgemelten Johan Mertins in sinen handel sins verfens niet dragen, sonder in bi sime ampt restlich, vredelich ind unverhindert sullent laissen sitzen.
he regeirde die kirche in groissem vreden ind rastlicheit 11 jair lank.
der fuͦs unsers ellenden herzen keine rastende stat vinden enkan.
lăss rasten din hobt, | Das din sinne nit werdint vertobt | Und du darin nit werdist verlorn.
Daß er [schöpffer] mein sel nem eyn zuͦ gast | Und damit nit lenger rast, | Machtz zuo hoffgesind on alln zorn!
an tugent sült ir lützel rasten, | almuosen geben, peten und vasten.
Pausirn, Ruhen / auffhoͤren / stillhalten / die furgeschriben zal im Gsang zelen oder halten / Darnach wirt es auch in allerley thuͦns ablassung gebraucht / für rasten vnd verziehen.
Da kam [...] der ungerisch künig Geisa, brach aus der underhuet mit einem gerasten haufen, überwant die vor den sig gehabt hetten.
er [der heilig Jeronimus] hat gearbait, das wir rasten.
Heydn. maister
21v, 16
; Bauer, a. a. O.
96, 12
; ‒
Vgl. ferner s. v. .2.
›an einem Ort ruhen, verweilen, wohnen; sich an einem Ort aufhalten‹ (von Personen); von sachlichen Bezugsgrößen auch: ›sich bei jm., an einem Ort befinden; an einem Ort stehen, liegen‹; in Texten religiösen Inhalts auch ütr.: ›innehalten, geduldig ausharren‹; vgl. (die
) 1; 2.Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
rasten
(subst.) im herren
.Syntagmen:
j
. [wo] (z. B. in der betrachtung des leidens Christi, in dem erbe des herren
) r., der herre in einer krippe, Jesus neun monate in dem jungfräulichen leichnam r., der geist des herren auf jm., got in jm. r., der tempel auf den hauptsäulen, die sele auf got, (k)ein planet in dem haus r
.Belegblock:
[Samson fieng an] Sich an die Haͤuptseulen zu lenden / | Darauff der Heyden Tempel rast.
ein Jeder Mensch auß Adam geboren, wellicher noch in seiner alten Haudt Roßtet vnnd durch den glauben noch nicht verpflanzet [...] ist.
wen di sele sus uf gote rastet, | so daz si betet unde vastet | und sich ganzlich an gote lat.
Leo quam ant rich ind twank Theodosius den keiser mit sime sone dat si moisten beide priester werden, ind foirten ein selich restlich leven bis in irren doit.
die [Judea kint] noch in wonder sint | Jerusalem der vesten, | Israheln swa die resten, | Beide hie und anderswa, | Vertriben von dir alda.
das [haus] ist das funft | und ist gehaissen Schorp [...] | des haben dy planeten luczel gunft, | Wann in dem haus planeten chainer wunt noch rist.
Ebd.
123, 350
: in dem juncfralichen leichnem | der küngin Maria. in dem | hat er [Jhesus] gerist neun monet.
das ir súllent bliben wonende und rastende in dem erbe des herren mit unser lieben froͮwen an allen enden.
[also hat er gesuͦchet] ein stuͦl, wenne got in ime rastete.
Das erste stúck von dissen daz ist rasten in dem herren.
so solt du ruen vnd rasten in der petrachtung des leidens Kchristi.
3.
›an einem Ort begraben liegen, im Grab ruhen‹ (bezogen auf eine Grabstätte eines oder einer Heiligen); als Spezialisierung anschließbar an 2; vgl. (die
) 3.Wortbildungen:
raststat
Belegblock:
quia Ierusalem erat electum, ut mansio dei und sein namen sol da rasten.
[in dem jar] ist ein wundersame seltsame gepurt von der hirtin zu Rotenpach, da sant Wolfgang rast, geporn.
Raststat da die heyligen rasten oder lygen.
[Dise lichomen] wurdent [...] gefuͤret gen Rome, von Rome [...] gen Placencia do sú noch rastent.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
71, 6
.