was solt ein truncken bold, wen er nicht fluchen, maledeyen und auffs unvornunfftigest wuten und toben kund, wen ander leut rugen und schlaffen sollen?
mein hertzliebes Jhesulin | Mach dir ein rein sanfft bettelin, | zu rugen jnn meins hertzen schrein.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Mose 2, 2
(
Wittenb.
1545
):
vnd [Gott] rugete
[
Mentel
1466 /
Froschauer
1531 /
Eck
1537:
ruͦwet
ruͦet
]
am siebenden tage / von allen seinen Wercken die er machet.
Da kam er zu seinen Jüngern / vnd sprach zu jnen / Ah wolt jr nu schlaffen vnd rugen? Sihe die stund ist hie / das des menschen Son in der Sünder hende vberantwortet wird.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
227r, 19
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
der sich
[der Kranke]
sol ruenn von / aller erbet. so wirt er vber habenn alles / wetates
[sic!]
und allenn sweren.
des nachtz leis ich Wilhem van dan ins haus Weinsberch gain, etwas rauwen.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
(
Köln
um 1490
):
Ic byn nu mode, men late uns wat rauwen.
Feudel, Evangelistar
56, 20
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
slafet nu unde ruet. wen iz ist gut.
Welti, Pilgerf. v. Walth.
59, 4
(
omd.
,
n. 1474
):
die obirsten baten mich, [...] zcu blibene vnd mich [...] zcu rugene.
Thiele, Chron. Stolle
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
so quam der grafe [...] in dy stad [...] mit czwen hundert gerugeten mannen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
27, 18
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
wen si kumen czu der ricke eyne, so lozen si di muͤdin pfert sten unde nemen geruwete
(›ausgeruhte‹).
das stro ist vmb des kornes willen vñ nicht mer mã wolle dan ein bette darauß machen do du auff rugest.
auch gute ordnung der haubtleut in dem her und 4 vierteil gemacht, daz altag der halbteil ruwet in dem her und der ander speis und holcz pracht.
Gille u. a., M. Beheim
28, 7
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Er saczet sich ruen mit seinem chram | und plaib so lang pis er pegund entnaffen.
Bell, G. Hager
104, 1, 12
(
nobd.
,
1590
):
Ruth beÿ dem paum, | Bis ich mit raum | Bring Brod.
an dem sybenden tage ruͦgete got und horte uf von allen werken.
Morrall, Mandev. Reiseb.
97, 3
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
daz er als muͤd ward daz er núntz me mocht, und ruͤwet und entschlieff.
han [...] geessen gar ain wenig, han mich darnach nider gelegt, aber ich hab nit geschlaffen, ich han geruͦwet; da bin ich auffgestanden [...].
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Si
[eine Kranke]
hat gar wenig slaffen oder ruben mögen.
Nach dem legten sy in
[einen Verwundeten]
an ein fast kostlich beth vnd liessendt jn ein weil ruoen.
Besser die Kinder arbeiten / vnnd die Elteren ruhen / dann das die Elteren arbeiten / vnnd lassen die Kinder faulentzen.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
630
(
oobd.
,
1607
/
11
):
ist ein schöne landtschafft, wie unser fraw mit dem kindl IHS und Joseph uff dem feld rhuen.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Also striten sy paid [...] mit stainen [...]. Do gerte der ris, das sy rueten enzwischen morgen.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
87, 1
(
tir.
,
1464
):
der pös geist [...] erzaiget sich ainer ëdlen frauen, als die ruet in irem pëtt.