überschwenken,
V.
›gleichsam überwallen, überfließen, überströmen‹ (von Gott, von Abstraktgrößen wie
freude
gesagt); im Einzelnen tropisch: ›vom Guten zum Bösen schwenken‹; refl.: ›sich überfließend in sein Gegenteil verwandeln‹ (z. B.
armut
zu
reichtum
); trans.: ›etw. mit etw. überfluten‹ (ütr., z. B.
das herz
mit
freude
); zu (Präp.) 3 (ütr.).
Bedeutungsverwandte:
; vgl. 2, 2.

Belegblock:

Luther, WA Bibel (
1522
):
yhr
[der
gemeynen
]
armut, obs wol tieff ist, hatt sichs doch vbirschwenckt als eyn reychtum.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Wan denne got ein überswenkende wesen hât, dar umbe überswenket er allem bekantnisse, [...], daz diu sêle îngebildet wirt in die êrsten lûterkeit.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
JEsu wie suͤß werd dein gedenckt, | Sein Hertz mit Freud wird überschwengt.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
min herze in mime libe wolte mir zerspringen von rehter v́berswenkender froͤiden.
do ich bevant daz ich dirre grosen vͤbenden martel lidig worden was, do wart mine natvre [...] also vol v́berswenkender froͤiden, daz ich [...].
Niewöhner, Teichner
624, 66
(Hs. ˹
moobd.
,
1469
˺):
aber fur ein überswencken | und vor andern posen sachen | mag sich wol ein mensch vermachen.