überschwenke,
Adj.
1.
›jm. an körperlicher Kraft überlegen‹; in verschiedene Richtungen ütr., dann z. B.: ›überschwer‹ (von einer physischen Last); ›stark‹ (von einer Meeresströmung); ›in Schwang gekommen‹ (vom
fürkaufen
), ›übermäßig‹ (von Essensvorlieben); auch gradadverbial:
ü. sere
(vom Fluchen); vgl. (Präp.) 3 (ütr.); 10.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 4.

Belegblock:

Jahr, H. v. Mügeln
559
(
omd.
, Hs.
1463
):
der pfeffer und der safferan, | die wollen uf der virden [stufe] stan: | wer überswenke nutzet die, | der mak nicht lange bliben hie.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
unnd schalt sy unnd flochte ubirswenck sere.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 89, 19
(Hs. ˹
nobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
nie blidenkaste so swere wart, ezn würde im überswenker.
Müller, Nördl. Stadtr. (
schwäb.
,
1450
/
8
):
[das fürkawfen] daz ist so gemain und übersvenck worden, daz davor niemant kain glichs pfennwert mer werden mag.
Winter, Nöst. Weist. (
moobd.
,
um 1686
):
ob ein müehlich mann oder muetwiller in daß aigen käm, [...], dem er zue überschwenk oder zue stark were, rueft er umb hilf, unzt zue seinen nachbarn, schlagen in zue todt, so [...].
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. .
2.
›alles Fassbare, Aussagbare übersteigend, übernatürlich, jm. nur auf dem Hintergrund der Fließmetapher im Glauben erfahrbar‹; vgl. (Präp.) 2; 3 (ütr.); 10.
Älteres Frnhd.; Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Bedeutungsverwandte:
2; 3, .

Belegblock:

Jostes, Eckhart
20, 14
(
14. Jh.
):
got ist ein unbegriffenlich liht, es ist so uberswenk, daz man in mitz verstantnúz niht begiffen mak, wan er ist ein liht uber natur.
Ebd.
21, 14
:
Daz minnest werch daz gnad wurchet. ist uberswenker dan alles daz creatur wurchet.
Bihlmeyer, Seuse (
alem.
,
14. Jh.
):
so sihtst du die úberswenken, úbernaturlichen entgiessunge dez wortes uss dem vater.
wie din herz hat dar inne enpfunden ein suͤsses we und ein liepliches zerfliessen und ein úberswenkes enpfinden.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
Kain schrift mag es ergrúnden | Noch zunge nút gekúnden: | Als úberswenke was ir not.