überrumpeln,
V.
– Seit dem 16. Jh.
1.
›jn. unter Nutzung des Überraschungseffektes feindlich, tätlich oder verbal aggressiv anfallen, angreifen, überrumpeln, um ihn seinem Willen zu unterwerfen und eigene Vorteile zu erreichen‹; vgl. (Präp.) 2; 3.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
inuoluere. Vberrumpeln vberfallen ¶ verwirren verhaspeln verwickeln.
Luther, WA (
1525
):
Darumb ist es geferlich also zuleben, denn der teuffel hat uns bald uberrumpelt.
Ebd. (
1529
/
30
):
Dran nicht benuͤget, uberrumpelt er den loͤblichen frumen Kuͤrfuersten zu Sachsen.
Ebd. (
1530
/
2
):
Jch kan nicht thun, wie die tolle vernunft thut, die flugs drein schmeisset. Jch wil sie nicht uberrumpeln oder uber eilen.
Allg. Schau-Buͤhne (
Frankf.
1699
):
Gedachte derowegen die Stadt naͤchtlicher Weile [...] zu uͤberrumpeln.
Wickram
4, 14, 8
(
Straßb.
1556
):
so schambt er sich auch [...] das er also von seinem naͤchsten nachbaurn solt über rumplet werden.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
haltʼs nit dafür, das si [feind] dir recht holt von herzen künnen und mügen sein, die du also uberrumpelst.
Es ist nit ungerochen bliben, das die Teutschen von Caio Mario [...] in irem aigen land überrumpelt sein worden.
das (es) etwan die ganz welt mit gewalt hat angetast, mit werender hand überrumpelt.
2.
›etw. (eine wichtige Tätigkeit, z. B. eine bestimmte Arbeit) oberflächlich, uninteressiert, eilig vollziehen‹; speziell: ›(eine Messe) herunterleiern‹; vgl. (Präp.) 5 (?).
Bedeutungsverwandte:
vgl. 3, (V.) 1, 3.

Belegblock:

Bobertag, Schwänke (
Frankf.
1563
):
ich [pfaff] schlüg nit ab wer mir ein kreutzer schenckte, wolte im darvor auch ein meßlin überrumpeln.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Solch groß arbait [...] wil nit mit ungewaschnen henden angetascht und überrumpelt sein.