übermässig,
Adj.;
auch übermäslich,
übermäslichen
(jeweils Adv.).›unter je verschiedenen Aspekten übermäßig‹ (allgemein); darunter: ›den normalen Intensitätsgrad eines Verhaltens, einer biologischen Disposition übersteigend‹; ›über das unterstellte Normalmaß hinausgehend‹; ›maßlos, exzesshaft (z. B. im Trinken)‹; ›alles überragend‹ (von Glaubenstatsachen); ›eine Eigenschaft gradadverbial als besonders, außerordentlich heraushebend‹; vgl. (
das
) 2; 3.Gewisse Beleghäufung für Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Syntagmen:
ü. arbeiten
(z. B. bei der warheit der geschrift
) / trinken / zürnen, ein werk ü. begeren, eine mas übermäslichen nemen, j. in den predigten ü. sein, eine bürde der kunst ü. sein
; die übermässige freude / güte / marter, reichheit (der gnade), die übermässige ankerung
›Überbeweidung einer Grasfläche‹ (z. B. mit Ziegen), das übermässige wiedergeben
; gradadverbial: ü. feurig / gros / reich
.Wortbildungen:
Belegblock:
1517 zoge ein frecher Dominicaner Münch, [...] genant, mit des Babstes ablas in deutschen landen umbher und als in seinen predigten er sehr heftig und übermeßig war, dan [...].
Sich, dise lauterkait und inwendige rainigkait des willen von allen dingen ist die recht zierd der leüt Christi, die da übertrifft übermaͤßlich allen geschmuck, den ain mensch erdencken mag.
Offentliche gottes lesterunge, ubermessig zutrincken, hurerey, betriegliche toppel spiell, und andere sunde und laster, [...], mit ernstem vleis vermeiden.
Dahero kompts daß jhrer
[der Gefangenen]
viele [...] durch die vbermaͤssige Marter vnd Folterung jhr Leben verlohren. viel tapffer leuth, hetten ein über cöstlich mahl zugericht und thäten mir übermässig grosse ehr.
Also wirdet vergleicht das entlich mit dem unentlichen, das erschaffen mit dem unerschaffen, und wirdet itzo nit ein gleichmesigs, sunder ein vil ubermesigs widergeben.
wa wart ie sel so kalt [...] die dinú suͤzen lebenden minnendú wort horti, dú da so úbermesseklich fúrin sint, es [herz] muͤz erweichen.
Got hat alz úbermaͤssig guͤti an im daz er sich niht moht enziehen.
si [schriber] moͤchtint nit geschriben die v́bermessigen richait der gnăden.
Diser Anaxagoras als er übermaßlich reich wz / hat [...].
von des ezzens überflüzzichait kümt der fäuhten übermæzzichait in dem leib.
wenne ez [Furiôn, ein tier] niht mag volpringen zemâl allez daz werch, des ez übermæzicleich begert, sô schreit ez.
da von ist ir
[Bezug auf Maria]
lobs puͤrd | uͤber mazzig aller chunst. Ebd.
175, 47
: also vaulent hertz und gelider | von der uͤber mazzichait, | daz ain trunch den andern jait.
Ebd.
361, 61
: daz ist hochvart grunt und dach, | der uͤber ain tewrn wil | der im ist auf allem zil | uͤbermazzig und zu swaͤr.
manger christen, der pei der warhait der hailigen geschrift fast vnd vbermaͤssleich hat gearbeit, der ist gevallen in chaͤtzerleichen irrsal.