übermengen,
V.
– Im Basisverb
-mengen
überlagert sich die Semantik von
mengen
1; 3; 4 (›mischen‹) mit derjenigen von
menge
1; 2; 3; 4 (›Vielzahl‹).
›in großer Anzahl vorliegen‹ (von den Bibeldrucken der Reformationszeit gesagt); ›sich vermengen, überlagern‹ (von zwei unterschiedlichen Gegebenheiten gesagt, im Beleg: des
fastens
mit
unflat
, ütr. verstanden); ›jn. durch Überzahl dominieren, überwältigen‹; ›jn. zahlenmäßig so unterwandern, dass sich die Mehrheitsverhältnisse verkehren‹; vgl. (Präp.) 10, 1; 3; 4.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , .

Belegblock:

Luther, WA , (
1544
):
ist da die gantze Bibel gut deudsch, durch den druck so ubermenget, das ein jglicher Hausvater [...] eine eigen leichtlich wol zeugen kan.
Ebd. (
1532
):
[solch fasten] jst aber bald ubermengt und verderbt mit dem unflat, das es nichts taug.
Österley, Kirchhof. Wendunmuth (
Frankf.
1603
):
hat er derwegen das ander kriegsvolck beruffen, dardurch die Jüden übermengt.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
n. 1525
):
so warn sie [ain merklicher tail der gemaind] doch von aim rat und seinen anhengigen, geharsamen burgern, auch dem pundischen zusatz also ubersetzt und ubermengt gewest, das der aufrurigen in der statt furnemen kainen furgang haben mocht.
Sachs (
Nürnb.
1547
):
Wurd in ein packen wunde | Und wurd gar ubermengt, | Sich nit auf-halten kunde, | Von vilen angesprengt.
Lauterbach, Orhein. Rev. (
nalem.
,
v. 1509
):
Die geistlichen handt vns ubermenget.