übermacht,
die
.
›überhöhte Macht einer weltlichen Funktionsperson‹; ütr.: ›nicht beherrschbarer Einfluss e. S.‹ (z. B. des Weines); vgl. (Präp.) 8; 10, (
die
) 4; 6.
Phraseme:
übermacht nemen
›überhandnehmen‹.
Bedeutungsverwandte:
(
der
) 4.
Wortbildungen:
übermächte
›Oberherrschaft über die Tugenden‹ (dient der Kennzeichnung der Mutter Gottes),
übermächten
›jn. überwältigen, js. habhaft werden‹ (dazu bdv.: vgl. , , ),
übermächtig
›herrschend, bestimmend‹.

Belegblock:

Kehrein, Kath. Gesangb. (
Köln
1582
):
Des
[eines frommen Mannes]
same wirt gewaltiglich | In dieser welt vermehren sich, | Und vbermechtig sein im land.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
158, 2
(
omd.
,
1554
):
Darumb muß eins [collation] uf außbeut- und zubueßzechen, weil es zu sehr übermacht genohmen, mit dem andern abgeschafft sein.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
146, 26
(
thür.
,
1474
):
daz tud unde brenget alleyne zcu dy obirmacht des landesfursten.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1504
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Do er [vatter] von wines úber macht | Nider ze schlăffe was gelait.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
7, 47
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
lob lobsam menschlich geslechte, | aller tugent ain übermächte | du
[
maid
, Maria]
traist in polierter zir.
Bäumker, Geistl. Liederb. (
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wie sie doch funden ainen syn, | Das sye den herren v̈bermächtn̄ | vnd jn von seinem leben prächtn̄.