übermacht,
part. Adj.
zu ; für Ansatz 2 ist semantische Anlehnung an
übermacht
(
die
) anzunehmen; vgl. dazu den Ansatz einer als „adverbiell“ beurteilten „Zusammenrückung aus präp.
über
u. acc.
macht
“ ().
1.
›relativ zu einem vorausgesetzten Normalmaß übertrieben, übersteigert, exzessiv, unerträglich, übermäßig‹ (von Handlungen und Haltungen des Menschen sowie von sozialen Zuständen gesagt); mit Bezug auf das Wirken Gottes: ›übergroß, alles Natürliche und Normale übersteigend‹;
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, , 2, 1, 7.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
nrddt.
,
1634
):
Sein Knoblauch ist sein Arzt. Das übermachte Zechen, | die allzu ofte Kost, das zeitigt uns den Tod.
Luther, WA (
1544
):
so jm nicht allein gewalt und unrecht geschicht, und unverdient leidet, sondern dazu solche ubermachte unbilligkeit sehen mus, das [...].
Ebd. (
1544
):
da der Keiser wider solchen schendlichen hohmut zu jm
[dem
Babst
, Alexander III.]
sprach: Non tibi, sed Pedro, trat er jn noch ein mal mit weiterm trotz: Et mihi et Petro, Das heisst je ein ubermachte hoffart.
Ebd.
130, 20
:
das die Welt jtzt so gar alles uberschwemmet mit ubermachten kosten, prachten, gelt verschuͤtten.
Ebd. (
1536
):
das ist ein ubermacht stuͤcke und ubernaturlich, quod lest blutschweis.
Ebd. (
1544
):
quia non est stuckich geben
[von Seiten Christi]
sed reichlich ubermacht der reichtumb in Christo.
Sachs (
Nürnb.
1562
):
Darffst im nit helffen uber-macht | Zu schlemmerey und grossem pracht.
2.
›übermächtig‹ (von Zuständen, z. B. von Schmerz, Ungerechtigkeit); ›jn. überwältigend‹; dazu resultativ: ›überwältigt‹;
Bedeutungsverwandte:
vgl. 5, 1, (Adj.).

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged. (
nrddt.
1631
):
Der schwere Sündenschmerz greift auch die Knochen an, | der übermachte Schmerz, und wütet was er kan.
Luther, WA (
1529
):
weil Deudsch land so vol bosheit und lesterung ist, das zu hoch uber macht ist und yn hymel schreyet.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
663, 4947
(
Magdeb.
1608
):
Der Stein ruͤhrt auch den Kornefraß / | Das er seines Eydes vergaß / | Vnd hincket davon vber macht / | Mit grossen schmertzen aus der Schlacht.
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
Die groß undanckbarkeit der welt, | Die jetzt so hoch und vbermacht.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
daß wir das Unkraut vorm Weitzen erkennen [...] vnd so einen vbermachten grossen Hauffen der boͤsen / auß den Frommen herauß zu lesen wissen.
vnderspriest also dz newe indiciū auß jhrer vbermachten Vngerechtigkeit.