übermacht,
part. Adj.
zu ; für Ansatz 2 ist semantische Anlehnung an übermacht
(die
) anzunehmen; vgl. dazu den Ansatz einer als „adverbiell“ beurteilten „Zusammenrückung aus präp. über
u. acc. macht
“ ().1.
›relativ zu einem vorausgesetzten Normalmaß übertrieben, übersteigert, exzessiv, unerträglich, übermäßig‹ (von Handlungen und Haltungen des Menschen sowie von sozialen Zuständen gesagt); mit Bezug auf das Wirken Gottes: ›übergroß, alles Natürliche und Normale übersteigend‹; vgl. 1.
Belegblock:
Sein Knoblauch ist sein Arzt. Das übermachte Zechen, | die allzu ofte Kost, das zeitigt uns den Tod.
so jm nicht allein gewalt und unrecht geschicht, und unverdient leidet, sondern dazu solche ubermachte unbilligkeit sehen mus, das [...].
da der Keiser wider solchen schendlichen hohmut zu jm
[dem
Babst, Alexander III.]
sprach: Non tibi, sed Pedro, trat er jn noch ein mal mit weiterm trotz: Et mihi et Petro, Das heisst je ein ubermachte hoffart. Ebd.
130, 20
: das die Welt jtzt so gar alles uberschwemmet mit ubermachten kosten, prachten, gelt verschuͤtten.
das ist ein ubermacht stuͤcke und ubernaturlich, quod lest blutschweis.
quia non est stuckich geben
[von Seiten Christi]
sed reichlich ubermacht der reichtumb in Christo. Darffst im nit helffen uber-macht | Zu schlemmerey und grossem pracht.
Luther, WA .
2.
›übermächtig‹ (von Zuständen, z. B. von Schmerz, Ungerechtigkeit); ›jn. überwältigend‹; dazu resultativ: ›überwältigt‹; vgl. 2.
Belegblock:
Der schwere Sündenschmerz greift auch die Knochen an, | der übermachte Schmerz, und wütet was er kan.
weil Deudsch land so vol bosheit und lesterung ist, das zu hoch uber macht ist und yn hymel schreyet.
Der Stein ruͤhrt auch den Kornefraß / | Das er seines Eydes vergaß / | Vnd hincket davon vber macht / | Mit grossen schmertzen aus der Schlacht.
Die groß undanckbarkeit der welt, | Die jetzt so hoch und vbermacht.
daß wir das Unkraut vorm Weitzen erkennen [...] vnd so einen vbermachten grossen Hauffen der boͤsen / auß den Frommen herauß zu lesen wissen.