übermachen,
V.
1.
›etw. seinerseits bereits Kritikwürdiges, z. B. verachtung
des Wortes Gottes, das Treiben der Pfaffen, soziale Überhebung, das Tun (z. B. die Faulheit) einer Frau, die Haltung der Überheblichkeit, noch übertreiben, überziehen, den Bogen überspannen, etw. ins Unerträgliche steigern‹; vgl. (Präp.) 10, 1; 11.Seit A. 16. Jh.; mehrfach literarische Texte.
Syntagmen:
etw. ü
. (z. B. ein spiel, das schelten, zu hoch tun, jn. bereden, die warheit nicht achten, tyrannei treiben
), etw. gewis / unleidlich / unträglich, mit ablas, mit taten ü
.Belegblock:
man ubermachets auch so gar, mit seines worts verachtung und undanck, das kein zorn gnug ist solchs zustraffen.
solt es lenger wären, ich würd mich ein mal gröblich vergeßen, dann sie übermachen das spil.
Wenn einer will mit den vmbgahn, | Die jm zu reich vnd zu hoch gethan, | Zu letzt, wenn ers hat vbermacht, | Wirdt in armut dazu belacht.
Wenn ers
[
s =
tyranney treyben]
gar ubermachen wil, | Wirt es etwan mit ungestüm ghrochen. Zu dem, so ubermacht irs
[
ir = Flöhe]
gar | Mit dem blutzepfen immerdar. wan si nun [...] sähen, das man alle ding übermachet hat, im an allen dingen zu vil tun.
So warn auch zwên päbst, die übermachtenʼs baide mit dem pan und ablas, wie bei unsern zeiten brueder Tätzel.
Belegblock:
er hette sie vor [...] dem Rathe vorklagt, dar wolten sie ihn ubermachen, er sollts nimmermehr thun.
3.
›etw. (im Beleg: eine Schlagwaffe) physisch mit etw. anderem (im Beleg: mit Stroh) überziehen‹; zu (Präp.) 1, 1; 2.Belegblock:
Sein knüttel was von eisen, | Mit stro wol übermachet.
4.
bedeutungsverwandt zu .