überspannen,
V.
›etw. (z. B. die Erde, eine Kennzeichnung an der Kleidung) mit der Spanne der Hand umfassen; etw. (eine Schusswaffe) fest, straff anziehen‹ (dann sprichwörtlich: ›den Bogen überspannen‹ o. Ä.); ütr.: ›etw. (die Ehe) überspannen, überstrapazieren‹; vgl. (Präp.) 3; 10 (je nach Nuance).
Belegblock:
Wie kan ich dasselbige mit der Vernunfft ergreiffen oder gleuben, das der jenige, so da mit einer Faust Himel und Erden uberspannen kan und zur rechten Hand Gottes sitzet, dennoch in einer engen Krippen ligen sol und der Mutter Maria Bruͤste saugen?
der da hat in seiner hant | gar begriffen und uberspant | himel und erd und alle geschafft, | [...] | der mocht grozzer nicht gesein.
maniger saitt, es sey nicht schandt | der sein ee so uͤber spannt.
wâ man den bogen überspant.
Dÿ Juden schollent auch gewant tragen, da peÿ man sÿ irkennet. [...] Vnnd an der aller sichersten stadt eynen gilben fleck, den man nit müg vber spannen.