überlegen,
part. Adj.;
überlegen
ist formale Übernahme des Part. Prät. von 1
überliegen
.1.
›jm. (auch: einer Gruppe) qualitativ oder quantitativ überlegen, in bestimmter Hinsicht voraus‹; personifiziert auch von Tieren gesagt; vgl. (Präp.) 2.Seit M. des 16. Jhs.
Syntagmen:
j. jm. ü. sein
(z. B. an liebe / frömmigkeit / geschiklichkeit
), im Einzelnen: die feinde jm
. (etwas
›leicht‹), ein volk dem anderen, die christen den heiden, die unkatholischen den unseren, Theocritus jederman, eine geselschaft der anderen, j. den adlern, der murner dem fuchs
(in vielen stücken
) ü. sein
; vgl. (V.) 1 (ütr.).Belegblock:
das die Heiden jnn den vorigen wolthaten und zeitlichen guͤtern uns gleich odder auch weit, weit uberlegen sind. Sie haben fester riegel, mehr volcks und guts, grossern, weitern friede, mehr und besser weitzen denn wir.
ein Volck wird dem andern vberlegen sein
[
v́berwindetMentel
1466 / Eck
1537: ]
/ Vnd der Grösser wird dem Kleinen dienen. So were ihm
[dem
Fuchs]
jedoch der Murner mit verstande / list vnd kunst in vielen stuͤcken vberlegen. Ebd.
134, 2842
: wenn ich spuͤr / das meine feind / | Mir etwas vberlegen seind / | So krich ich durch ein loch hinauß.
denen [heiden] wir Christen nicht allein folgen / sondern auch an froͤmigkeit billich sollen vberlegen sein.
Ebd.
31, 7
: Wie Theocritus sonsten inn dem paß wol jedermann vberlegen / so weiß ich doch nicht wie [...].
Ebd.
53, 21
: Was noch vbrig ist / wil ich [...] denen lassen / die mir an liebe gegen vnsere sprache gleiche / vnd an geschickligkeit vberlegen sein.
Da hingegen die Uncatholischen mit jhren Deutschen Gesaͤngen, so wol in der meng, als in der ordnung, den vnsern vberlaͤgen zuseyn sich eusserst befleissen.
dan wiewol Waldman sich syns gwalts und glücks uberhaben, das regiment nach synem willen gefuͤrt, mengem uberlegen geweßen.
2.
›jm. beschwerlich, lästig, störend‹ (z. B. von natürlichen Gegebenheiten wie dem wind
, dem 1
alter
3 gesagt); ›jn. belastend, aufdringlich gegenüber jm., in js. Rechte übergreifend‹; auch: ›jm. ärgerlich‹; erstere Nuance als Spezialisierung zu 1 auffassbar; vgl. (Präp.) 1 (ütr.), 1
9.Nahezu ausschließlich wobd. / oobd. belegt; seit der M. des 15. Jhs.
Syntagmen:
der adel jm. ü. sein wollen, jm. etw
. (Subj.) (zu) ü. sein
; der überlegene bitter / nachbauer / sommer / wind, das überlegene alter
; nachgestellt: der kilchenbetler, jm. überlegen
.Belegblock:
wo si der maßen beleidiget würden, daß inen sölchs überlegen wer schwer zuͦ tragen.
wiewol úns die [taͤding] swaͤrr und úberlegen ist, dennocht sigen wir dero ingangen durch des besten und úwer aller bett willen.
soͤlten sý
[die Zürcher und Zuger]
hút mit eim komen und morn mit eim andern, so were es inen zuͦ úberlegen. es woͤlle ein nüwer muͦtwilliger adel ufstan, so statt und land überlegen woͤlle sin.
warin sind wir iemants überlegen? Villicht jn dem, das all unser rent und gült hie in diser statt vertan und verzert wirt.
habe sy frefenlich zuͦ im geredt: er were ir ein überlegener nachpurer und hette ir muͦter seligen allweg daz ir abgeschrenzt.
Das nun den Apenzelleren ze überlegen was: aber not hat si in dise püntnus getrengt.
heimsch und froͤmd kilchenbetler, dem bischof von Costentz, als bestaͤtern, und den landen, als annaͤmern, aber ganz uberlegen, abzewisen.
Schwaͤrer oder überlaͤgner summer. [...]. Vberlaͤgner Schwaͤrer wind. [...]. Das überlaͤgen vnd Schwaͤrmuͤtig alter.