sündhaft,
Adj.;
auch sündhaftig
. – Gehäuft Texte der Sinnwelt ‚Religion / Didaxe‘.
1.
›der Sünde verfallen‹ (als dem Menschen nach dem Sündenfall existentiell vorgegebene und aus eigener Kraft nicht überwindbare Eigenschaft); offen zu 2; Belegblock:
Denn das ist auch die ursach, darumb dises kind geborn wirdt, das wir unheilige, sündthaffte leut unter dem zorn Gottes und im tode lagen und uns selb von solchem jammer nit helffen kondten.
Ebd.
670, 3
: Denn wir kommen alle von einem Vatter her und sind von einer Muͦtter geborn, welche ein sündthafftes fleysch gehabt, in sünden und unter dem zorn Gottes, der sünden halb gewesen sind.
dieselb [frucht] wirdt aber folgen / wenn fleysch vnd blut bescharret / vnd nicht mehr suͤndthafft ist.
Ebd.
248, 17
: auß dem folget / das alle menschen suͤnd haben / vn̄ fuͤr Gott vngerecht sind. Vnd der suͤndhafften natur halb / alle vntereinander / gleych sindt.
Ebd.
251, 19
: Wen̄ wir nun dahin kommen / das wir solche suͤndhaffte natur / vnd eigene vbertrettung erkennen.
Nun aber ist es vnmuͤglich / das vnser suͤndhafftigs hertz durch werck geendert oder gereiniget werd.
Luther, WA .
2.
›sündig, böse‹ (charakterisiert Personen, Eigenschaften und Taten, die in der Entscheidung des Handelnden liegen); Belegblock:
improbus. Vnfrumm vntugentsam vnerbar tugendloß vngerecht lasterhafft lästerlich suͤndhafftig boͤß boͤßhafftig vberthetig verrucht boͤßthätig schalckhafft schelmig.
so ist doch der verstand also, das wir durch das gesez erkennen lernen, vnd fülen wie wir böse vnd Sündhafftig sein.
Sie sehen, das Zolner und Sünder in eim sündhafften stand bißher gelebt, schließen derhalb fluchs drauff, mit den Buben soll niemandt umbgehn.
der Wille ist bruͤchig vnd suͤndhafftig / das Wesen bleibet gut.
wen her [got] daz sundehafte herze | ruret mit siner genaden smerze.
So wil ich rach gebuͤrlich schaffen, | [...] | Vnd suͦchen heim mit plagen hart | Jhr vbeltat suͤndhaffter art.