quälen,
queln,
V.;
1.
›körperliche und / oder seelische Schmerzen leiden‹; häufig tropisch mit Bezug auf die ewigen Höllenstrafen; auch: ›(an / unter e. S.) leiden, sich mit etw. abquälen‹; speziell: ›etw. schmerzlich vermissen, ersehnen‹; vgl. (die
) 2.Überwiegend älteres Frnhd.; gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
sich zu tode quälen
.Syntagmen:
j. q
. (absolut); j
. [wie, wo, wodurch] (z. B. ewiglich, in der helle, im fegefeuer, von minne / seuche
) q
., [wonach] (z. B. nach dem willen gottes, nach js. minne, nach den ewigen dingen
) q
.; sich (in e. S.) q
.Belegblock:
Wen ich von suche
[›lebensbedrohliche Krankheit‹]
quele, | Ich sicherlich bevele | Dem der mich an allen slac | Heilen wil, kan unde mac. Solche vnselige mühe hat Gott den Menschen kindern gegeben / das sie sich drinnen müssen quelen
[
bekumertenMentel
1466: ; nd. Bibel 1478:
verunledyghen;
geuͤbt wurdintFroschauer
1530: ;
solten bemühenDietenberger
1534 / Eck
1537: ].
Lieb ist ein solch gefehrlich Gifft / | [...] | Das sie brennet durch Marck vnd Bein / | [...] | Biß sie erlang / was sie erwehlt / | Oder sich selbst zu tode quelt.
Ebd.
164, 3728
: Nun bleiben wir in Gottes zorn / | Ohn all Hoffnung ewig verlorn. | Muͤssen mit dem leib vnd der Seelen / | Fuͤr kurtze frewd ewiglich quelen.
quod eius amore langweo, | ich
[die Braut]
quele nach siner minne. des muß sich in der hellen | mannicher bornen und qwellen!
ich brinne und quele und lide grozze not in dirre flammen.
Was ist dir doch gehollffen mit, | Das genr [...] | So lang im fegfeür quelt und acht.
das sint gude frager, der hertze und sele qwelet nach dem aller liebesten willen gottes.
darumb solten wir in einer ieklichen goben rechte ufgetenet und gespannen werden mit allen unsern sinnen und kreften und hertzen und ginender begerunge und quelunge also noch Gotte selber.
2.
›jm. körperlichen und / oder seelischen Schmerz zufügen‹; ›jn. schinden, misshandeln, foltern‹; generalisierend im Übergang zur Ütr.: ›jn. / etw. (z. B. die sele, den leib
) quälen, ängstigen, jm. Leid zufügen‹; ›jn. beunruhigen, bedrücken, nervös machen‹; auch ütr. auf Sachobjekte: ›etw. (durch mangelnde Kompetenz) verunstalten, verderben‹; vgl. (die
) 1.Syntagmen:
jn
. (z. B. den leser / teufel, den schuldigen sünder, die arme / gerechte sele, die gerechten / verlorenen, die gefangenen weiber
) q., etw
. (z. B. den leib, das fleisch, das wesen der rede, die unschuldigen wörter
) q
., jn
. [womit] (z. B. mit angst / begierde / krankheit, mit ewiger pein, feuer und schwefel, mit natern, mit den unrechten werken
), [wie] (z. B. alweg / stets / wol, ane ziel, ane mas und zälen, von tag zu tag
) q
.; etw
. (Subj., z. B. reichtum, ere / gewalt, die helle
) jn. q
.; die quälende not, das quälende leid
.Wortbildungen:
quälnis
Belegblock:
Sust Crist vor den menschen erst | Sinem vater aller herst | Gute bezzerunge, set, | Mit der selen quelnis tet.
Widderuͤmb die gerechten lest er [Gott] schinden und schaben, wol quelen und martern, schickt yhn alles ungluͤck auff den hals.
so ists beschlossen, das solcher tod [...] so theur fuͤr jm geacht, das ers nicht wil ungerochen lassen, sondern den Teuffel, so dich ermord, fuͤr gericht zihen und mit ewiger pein quelen.
Sie thaten dem fromen Loth alles leid mit jrem unzuͤchtigen Wandel und queleten [...] die gerechte Seele von tag zu tag mit jren unrechten Wercken.
kunig, warumb quelest du dinen lip
[ = dich selbst, deshalb auch zu 1 stellbar]
? | ich wil dir schiere geben | ein getruwes wip. wann sie [...] die arme gefangene Weiber dermassen anfahren anhalten / treiben vnd quelen / daß sie das Laster bekennen sollen.
Welchem die reime nicht besser als so von statten gehen / mag es kuͤnlich bleiben lassen: Denn er nur die vnschuldigen woͤrter / den Leser vnd sich selbst darzue martert vnnd quelet.
Wir / die wir vbrig / sind zurings vmbfangen / | Mit Nattern / die vns ohne Maß vnd Zehlen | Martern vnd Quaͤlen.
so die hel allein nicht aufhöret, zu quelen ein schuldigen sünder.
Ebd.
134
: es sol ie die red anderst nichts sein dann ein auftuung der warheit, - darumb quelet das wesen der red, der leugt.
Welchem spil so yemant verpflicht ist / der wirt alweg mit angst gquelt.
Warhafft gewalt, ehr und reichthumb | Den menschen gar zu rhu nicht stellen, | Sonder in stets martern und quelen.
die do vorwaren den wercken der sún israhel die wurden gequelt
[Var. 1475
gepeiniget1
: ; 1475
gegeyslet2
–1518: ;
geschlagenLuther
1545, 2. Mose 5, 14: ]:
von den gewaltigen quelern pharaons. in dem abent opffer ich stúnd auff von meiner quelung
[Var. 1475
peinigung1
: ; 1475
zwangsal1
–1518: ;
elendLuther
1545, Esr. 9, 5: ].
wer behielt die ee des herrn: den quelten
[Var. 1475
peinigten1
–1518: ;
totschlahenLuther
1545, 1. Makk. 1, 60: ]
sy nach dem ausspruch des kunigs.