Helm, H. v. Hesler. Apok.
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Merken, in der selben wis | Muge wir zwo marter doln | [...] | Daz wir den geist betruben | Und ruwic jamer uben | Und unse sunde Gote clagen.
Das sint manne und wib, | Di unkuslich iren lib | Uben und gewenen | Und dar nach sich senen | [...].
Niemant ist an ungerechtigkeyt, sundern alzumal vor got ungerecht, auch die, die sich yn wercken der gerechtickeyt uben und alßo auß der ungerechtickeit zu kumen vormeynen.
Im leben solt man sich mit des todts gedancken uben und zu unß foddern, wan er noch ferne ist und nicht treybt.
ßo wir nur Christi und seyner heyligen leuchtende bild yn unß uben yn der nacht, das ist ym glauben.
hatt er [Christus] nichts anders von uns haben wollen, denn das wyr uns [...] teglich ym glawben ubten.
Pfefferl, Weigel. Gn. S.
167, 24
(
Magdeb.
1615
):
eben darumb soll man predigen / lesen / hoͤren / beten / vnd sich uͤben / daß [...].
Quint, Eckharts Trakt.
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
und [got] ouch læzet dich durch die tugent der gedult üeben êwic leben verdienen, daz manic tûsent menschen niht enhânt.
der mensche sol sich selber an den werken und an den vrühten üeben der tugende und sich dicke versuochen und begern und wellen von den liuten werden geüebet und versuochet. [...] man sol dar nâch stân und niemer ûfhœren, biz man die tugent gewinne in irm wesene.
du mois dich mit gewalt in der jugent, [...], zu sprechen koinlich oifen, so sals du so vil geschickter werden.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
3108
(
Köln
1476
):
Wes eyn gud stat tgaen eyn belech sall hoeuen,| Jnd wye sych dye hart halden sal, doen ind oeuen!
dat dye iungen yre witze vnd verstant dar zo schicken vñ sich in den historiẽ oeuen.
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
540
(
pfälz.
,
1436
):
Das zehend capittel ermänt die sele nach der adenlichen art jrer dreyer creffte, sich zu üben jn der hoffenünge, jn dem glauben vnd in der liebe gegen got.
Der uͤbt sich / laufft / tantzt / oder springt / | Der lacht / der kürtzweilt / oder singt.
Strauch, Par. anime int.
119, 6
(
thür.
,
14. Jh.
):
wanne si [lude] sich zu Gode soldin fugin, so sint si sich ubinde in der unordenlichen minne.
sie üebten sich auch so strenklich in dienst der römischen kaiser, daß sie begabt warden von in also, daß sie bei unsern zeiten fürsten sint gemacht.
Reichert, Gesamtausl. Messe
31, 35
(
Nürnb.
um 1480
):
die schawung der volkomenheyt oder der genade Gottes des Heyligen Geystes oder seyner gaben, in der wir uns ueben seyn.
Es
[das Buch]
sait von aim zuͦnemenden menschen, wie er mit miden und mit lidenn und uͤbenne einen durpruch sol nemen durch sin selbs unerstorben vichlichkeit hin zuͦ grosser loblichen heilikeit.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
540, 7
(
els.
,
1362
):
Von úberigem uͤbende wart er [sant Bernhart] niemer gesunt.
Dirre gap och allen sinen gewalt meister Cuͦnrate von Margburg úber sú, [...], das er ir mosse satte in irme vͤbende daz sú sich iht úber arbeite.
Vetter, Pred. Taulers
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
also wol und also lichteklich hette Got lassen daz brot wahssen alse daz korn, denne das der mensche muͦs in allen dingen geuͤbet werden.
sú [lúte] súllent und muͤssent sich uͤben noch vil sicherlichen daz sú ire gebresten úberwinden.
Rieder, Gottesfr.
(
els.
, Hs.
15. Jh.
):
wie sich der [man] achtzehen jore úbete in dem lebende unsers herren.
Luginbühl, Brennwalds Schweizer Chron.
1, 445, 4
(
halem.
,
1508
/
16
):
starktend si iren züg, belegertend ze stund die stat und vesti Nidow, öbtend sich mit büchsen, boleren und bliden nacht und tag, mit schiessen und werfen.
Schmidt, Rud. v. Biberach
167, 10
(
whalem.
,
1345
/
60
):
daz si [minne] dehein natúrlich wesen von gotte habe, want daz wirt der vernunftig creatúr geben vf ein solich ende, daz ist, daz si ir adel vͤbe vnd si nút mvͤssig si.
Zum streyt Geuͤbt werden.
413r:
Veben. Exercere. Veben eins uͤbens / Staͤts uͤben vnd gewonen. Exercitare. Das ringen Veben. Palestras exercere [...]. Seine schuͦler Veben vnd leeren. [...]. Sich Veben / Sein verstand uͤben im lernen. [...]. Sich mit dem armbrust Veben / oder mit dem bogen zeschiessen. [...]. Die jugendt Vebt sich mit kriegen.
Vben/ seinen Sinn vnnd fleiß auff etwas schlagen.
Steer, Schol. Gnadenl.
3, 38
(
schwäb.
,
1447
):
Gnade zü gewinnen oder sich dor jnne ze v̈ben, zü behalten, [...] daz mag der mensche von sin selbers krafft nit getün.
Barack, Zim. Chron.
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Die narren müessen getriben und geiebt sein, oder sie verderben.
Dreckmann, H. Mair. Troja
44, 7
(
oschwäb.
,
1393
):
darumb düht mich gut, ob ez iu gefiel, daz wir wider unser veind unser kraft übtend.
Bauer, Geiler. Pred.
94, 25
(
Augsb.
1508
):
wamit ich mayn das ich dir müge gedienen / darinn will ich mich uͤben dir zuͦ lob.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Mit solcher feiner subtiligkait solte auch die schulmaister jre schuler uͤben vnd sy also lesen leren, dan das geb jrem verstand hernach zu vilen andern dinge geschickligkait.
Dise seind dapffere erfarne Kriegsleüt / fuͤren die jrigen wochentlich zuͦ mehrmalen hinauß ins Feld / sie zuͦ uͤben vnnd abzurichten.
Jhre Kinder uͤbeten sie nicht im Schreiben vnd Lesen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
(
oobd.
,
1349
/
50
):
daz etleich vogel menschleicheu wort für pringent, wenn man si des êrsten dâ mit üebet.
Buijssen, Dur. Rat.
1, 21
(
moobd.
,
1384
):
der selbe gewalt gegeben wart der romischen stat, die sich in aribait uͦbete.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
191, 156
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wann man vindet yeczund gar wenig, dye sich ordenleich in dem wolgeschikchten mittel wellen v̈eben, wie man ir doch vil vindt, dy sich v̈ebent in strengem leben, awer nicht in tugënten.
‚Veb dich zu der güetichait!‘.
Wer in disen sechczehen wetrachtung vnd hilffen sich v̈ebt vnd waffent wider dy listig anweig vnd chundichait des bösen geist, der mag leicht angesigen aller anweig.
Drescher, Hartlieb. Caes.
(
moobd.
,
1456
/
67
):
die anfechtung ist ein hútterinn der diemúttikait und ein sach der úbenden tugent.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
(
moobd.
,
1478
/
81
):
so üebt er sich allzeit nur auf streit und ritterschaft.
Wie sy sich stät üebten auf alle ritterliche ding, so was Karolus [...] der pest.
Kummer, Erlauer Sp.
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
wer sich heut in rechter reu petruͤbt | und sich dar zu uͤbt, | der wıͤrt sein freunt sicherleich.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
63, 6
(
tir.
,
1464
):
vnd hüeb denn an zu lesen vnd v̈ebet sich in der heiligen geschrifft.
Dies., Imitatio Haller
95, 15
(
tir.
,
1466
):
Du solt dich v̈eben in den göttleichen dingen, die weil du czeit vnd weil habest.