dürre,
die
;-Ø/–
.1.
›trockene, niederschlagsarme Witterung, Jahreszeit‹; ›trockener Boden, Dürre als Folge großer Hitze und trockenen Wetters‹; wird aufgrund ihrer Begleiterscheinungen (z. B. Futtermangels und dadurch bedingter Gefährdung des Viehs, Ernteausfälle, Brände) überwiegend als bedrohlich angesehen; in religiösem Kontext einerseits als göttliche Strafe, andererseits als quälende religiöse Not des Menschen gesehen; speziell: ›das trockene Land‹ (im Gegensatz zum Meer); zu 1d.Syntagmen:
ein komet d. einbringen
; eine d
. (Subj.) auskommen / entstehen / sein / werden, sich begeben, klein sein, jn. wegnemen, den fischen / pflanzen schaden, das wasser verzeren
; brunnen der d. halber verseihen, die hitze eine mutter der d. sein
; dörfer von der d. verbrennen, flöhe die blätter von d. wegen verzeren
; die grosse d
.Belegblock:
grawsame Wüsten / da fewrige Schlangen [...] vnd eitel dürre
[
durst platernMentel
Hs. W, 15. Jh.: ;
durst schlangEck
1537: ]
/ vnd kein wasser war. Ebd.
Hiob 24, 19
: Die Helle nimpt weg die da sündigen / Wie die hitze vnd dürre das Schneewasser verzeret.
Jn dem jar [...] wart große durren.
Desselben jars da was ein sulcher haisser sumer, das [...] die prunen die versihen der dürren halben.
wenn solich dürren ist, so ist des wassers überall wenig.
Die sele die hat einen funken, einen grunt in ir, das des Got nút envermochte, der alle ding vermag, das er den turst geloͤschen mochte mit út anders denne mit im selber.
Die wasser die do sint vnder dem himel die werdent gesamet an ein stat vnd die dirre
[
trückneEck
1537: ;
das TrockenLuther
1545, 1. Mose 1, 9: ]
derschein. [...] Vnd gott der rieff die durre [
das trockenLuther
1545, 1. Mose 1, 10: ]
die erde. Wann als die hitze ein muͦter ist | Der dúrry.
von der turry verprunen auch märckt und dörffer
(Großbrand als Folge der Dürre). Jahr, H. v. Mügeln
531
; v. d. Broek, Suevus. Spieg.
145r, 36
; Fischer, Folz. Reimp.
44, 50
; Merz, Urk. Wildegg
77, 7
; Kurrelmeyer, a. a. O. ;
Winter, Nöst. Weist. ;
Schweiz. Id. f.;
Belegblock:
Der HERR wird dich schlahen mit Schwulst / Fiber / Hitze / Brunst / Durre / gifftiger Lufft / vnd Geelsucht.
tabi tabo ,dürr. schwelckung, gift, verwesen‘.
Thiele, Minner. II,
12, 88
; ‒
Vgl. ferner s. v. .3.
›Mangel an Flüssigkeit‹; in religiösen Kontexten ütr.; eng an 1 anschließbar.Bedeutungsverwandte:
.Belegblock:
Ein Gott der den Einsamen das haus vol Kinder gibt [...] Vnd lesst die Abtrinnigen bleiben in der dürre
[
graͤbernDietenberger
1534 / Eck
1537: ].
Ebd.
Jes. 27, 11
: Jre Zweige werden für dürre
[
truckenMentel
1466: ;
dorredeWormser Proph.
1527: ]
brechen / das die weiber komen vnd fewr damit machen werden. 4.
›Trockenheit‹ als Primärqualität im Sinne der Humoralpathologie; enge Verbindung zu 2.Belegblock:
Sintdemmal Mars vnmeßig fundin ist yn der wermde vnde doͤrde, welch kint yn em geboren ist, das wirt brewnlicher farbe.
Es sint an allen lúten | Conplexiones viere, | [...] | Melancolya und coleria, | Sangwis und flegma | [...] | Und hant och mit gelegenhait | Hicze, kelti, dúrri, fúchtekait.
Zem funfften gegnet strengi: ze erleschen raißung
[›Nahrung des Feuers‹]
der duͤrry, das ist trägkait.5.
›Darre, Vorrichtung zum Trocknen von verschiedenen Gegenständen, z. B. von Holz, Kleidung, Obst‹.