suppe,
die
;-Ø/-n
.1.
›Suppe, aufgebrühte, meist einfache, mit Mehl, eingelegtem Brot und weiteren kleinen Zutaten (Eiern, Wein, Gewürzen u. Ä.) versehene oder nahrhaftere, dann mit Fleisch, Rahm, Fett o. Ä. angereicherte, in der Regel als erstes Tagesessen, vereinzelt auch zu Heilzwecken eingenommene Flüssigspeise‹; in 1 Beleg: ›Jauche‹; offen zu 2.Phraseme:
die suppe ausfressen
›auslöffeln‹; die suppe verschütten
›etw. falsch machen‹; die suppe versalzen
›etw. verleiden, einen Plan durchkreuzen‹; eine suppe essen
›eine Sache erledigen‹; die suppe stehen lassen
›etw. langsam angehen‹; eine gute suppe essen wollen
›es gut haben wollen‹; eine saure suppe mit jm. essen
›sich jm. stellen‹; keine suppe kochen können
›nicht zum Einfachsten fähig sein‹ (abwertend von weib
gesagt); jm. viel suppe geben
›jn. bestechen‹; jm. ist eine suppe begossen
›jm. ist etw. passiert‹; in die suppe kommen
›in Schwierigkeiten kommen‹; jm. eine suppe über die schnauze giessen
›jm. (dem am reich Christi
Naschenden) in die Suppe spucken, die Suppe verderben‹; jm. vor der suppe grauen
›sich vor etw. scheuen‹; zu hofe suppen und briefe aufbringen / ausbringen
o. Ä. ›etw. mit Geschenken und Urkunden erreichen‹; die hand aus der suppe nemen
›sich aus einer Sache heraushalten‹; jn. in der suppe stehen lassen
›jn. im Stich lassen‹.Syntagmen:
eine s. kochen / machen / holen / essen, jm. eine s. anrichten / bringen / geben / mitteilen
; das erste essen eine s. sein
; j. einer s. bedürfen
; eine s. nägellein
; die s. von eiern / wein
; die dünne / fette / gute s
.; sauerampfer / zitronen in der s
.Wortbildungen:
suplach
suppen
suppenbrühe
suppenfleisch
Belegblock:
Aber was wil ich von andern sagen, Ich steck ja so tieff in der Suppen als sie.
das sich der Bapst enthalt, die handt ausz der suppen zihe, sich keynis titels unterwinde des kunigreichs zu Neapel.
ehr hat sie fur den kopff gestossen undt die Suppen aller dienge versaltzen.
Ebd.
348, 21
: Also sihestu, das ihnen grauet fur der suppen.
Ebd.
508, 38
: Sie [verkleger] woltten rein unnd heilig sein. Da goss er ihnen ein bruhe oder suppen uber die schnautzen.
nein, sprach ich, ich het sei [droge] in den Rhein gezopt, das hett mir wol gesmacht.
Der churfurst sult dem von Saxen untpotten haben, er sult zurichten, wult komen und die zopp mit im essen, daruff der von Saxen geantwort: Die zopp were schoin begossen, sult balt komen, ehe sie kalt wurde, dan es were forstich witter.
Vam smaltz man vyssz den perden bracht, | Wurden vette zoppen gemacht.
den schniedern zeit der ernden zu mittag zu essen ein suppen, gemüs und brot.
Malcus clamat alta voce: Hey alle! mer ist eyn sopp begosßen, | der hot mich gar sere vordroissen!
An seinem [Mogra] geruch ist ein ressigkeyt / vnd wann man jn mit einem ey suppet / oder ein cristier damit machet / so stellt er den bauch.
wer er kaiser zu Occident, | Er wer uns nicht zu ver geseßen, | Er muest ein saure suppen mit uns eßen.
Also sass er [der jud] in diser mü | und hett vor im die suppen brü, | Dar zw ain wenig ross flaisch auch.
Pappenhamer oder gruntmaister 9. mit ainer sträflichen rede irn kaufmanshandel zu rechter zeit furzunemen und die suppen nit zu verschütten.
dy ordenunk scholt ir haben in dem essen, daz daz erste essen alwege eyn soppen ader eyn pruͤ sey.
Ebd.
12
: daz crawt scholt haben fil pruͤ, wan dy pruͤ solt ir myt leffel soppen.
Supp. offa squabula.
Ebd.
ff vijv
: Supp od’ sauff od’ prue.
Ich bit das thamar mein schwester kum das sy mach zwey seufflin
[Var 1475
supplach1
: ;
gebachensFroschauer
1531: ;
supferleEck
1537: ;
GemüseDietenberger
1534 / Luther
1545, 2. Sam. 13, 6: ]
vor meinen augen. Vnd er doch in die suppen was | Als kummen, do zuͦ leiden das.
Wen der fürst betriegen wil, | Dem gibt er brieff vnd suppen vil.
Er hat uns recht in der suppen laßen stan.
so er [pfaff] zuͦm opfer gaht und den manipel nit küsst, oder for der mess ein süblin neigelin oder zuckerbeß ißet und es der dechan innen wirt, muß ers dem fiscal ansagen.
ein jede
[Frau]
will die beste seyn; vnd wollen wir gute Suppen essen, so müssen wir ihnen gewonnen geben. Ee er die spiß duͦt abhyn schlucken | Duͦt er eyn stych jnn becher gucken | Vnd macht eyn suppen mit dem wyn | Dar mit schwenckt er die backen syn.
Suppa suppe [...] brod [...] supp [...] est liquor vnctuosus et calidus, quo panis perfunditur; et ponitur pro pane tali liquore perfuso.
Felix ist von Zürich kan, | Drum tuͦnd gmach, land d’suppen stan! | Er wolt ouch gern allhie zechen | Und üch fründlich züsprechen.
heten auch etliche mal mandata, wie dann suppen und brieve an merthails höven wolfail, ausbracht.
so ich hab ain guet voressen, ein suppenflaisch und ain guete, wolgesottne hennen.
Wie baldt man ime dann die suppen ins bet gebracht, hat er ain wenig davon gessen und dann ain becher mit wein darauf herauss getrunken.
Der fiel im zum ersten, wie man sprücht, in die scheeren und must die suppen ussffressen.
Wiltu ain gúte súpen machen, so nim ain ram vnnd ain leffel voll schens mel, thú ain zúcker daran, darnach [...].
das sie dann dem [armen] oder denselben ain muͤssel, suͤppel oder annders mach gelegenhait seiner krannckhait vnnd persone an getrannck vnd speis geben vnd machen lassen suͤll.
2.
›Mahlzeit (einfacher Art), die morgens oder zu anderen Tageszeiten eingenommen wird‹; ›Substanz, Speise einer Mahlzeit‹; ›Essen, Verpflegung (als Kostenfaktor)‹; speziell: ›Festmahl beim Antritt eines Amtes, zur Hochzeit u. Ä.‹; als Metonymie: ›Zeit des Tages, an dem die Mahlzeit genommen wird‹.Obd.
Phraseme:
die gesattelte suppe
›Suppe, Mahlzeit mit Fleischbestandteil‹.Wortbildungen:
suppenbrot
suppenmacher
suppenzeit
Belegblock:
Nachdem Er In der Iegendt gearbett sej er bej Ime Ab vnd Zugangen mit Ime Suppen gessenn.
der [kor] kostet 24000 gulden, on die suppen.
Der Kasiaker gieng wider in | sein herberg zw der suppen hin.
wenn es den tag zehenne schlecht, so sol man des morgens an die arbeit geen zu dem garauß, und zu der suppen darvon geen wenn es zwai schlecht.
Suppenmacher. offarius.
Mich dunckt, es sei gleich suppen-zeit. | Ich wil mich machen heim zu hauß.
Ihren Lust haben s’ auff der Schüd, | Beim Suppen- Vnd dem VesperBrot.
Zuͦ glicher wise sol ouch uon dißhin nieman uon enkeinem brutloff enkein suppen me geben in kein geselschaft noch in ander offen tafernen.
nach der gesatleten suppen rit iederman darvon nach Eberstain.
doch so mugen Sy da zwischen etlich zeit im tag, als Nemblich im Summer zu der Suppen, ain halb Stundt, zu mittag ain gannze Stundt vnd zu der Jawsen auch ain halbe stundt [...]
(Pause geben). 3.
›gifthaltiges Getränk, Gift‹; meist ˹in diminuierter Form; als Teil von Phrasemen gebraucht; in Texten belegt, die welsche
Inhalte betreffen˺.Gehäuft in Texten der Reformationszeit.
Phraseme:
das venediger / welsche süplein
.Belegblock:
So fint man auch wol heimlich list, | Daß er ein welsches süpplin ißt | Und welt ein andern an die stat.
ainen ist vom römischen raubstuͦl gwalt geben, die leut zuͦ verbrennen, wo in aber brennen nit erlangen mag, da bruchen si Venediger süplin.
Des wibs will ich geschwigen gar | Die zuͦ riehten / eyn suͤpplin gtar | Als Poncia vnd Agrippina / | Beliedes vnd Clytymnestra.
Zuͦ Rom sind wol also vyl buͦben, | Die gedencken werden tag vnd nacht, | Vff das im
[dem
babst]
werd ein süpplin gmacht, | Do mit das sy sein koͤmen ab. dass [...] widersaͤcher, der cardinal von Sitten, an der pestilenz, oder, wie gedacht, an eim Waͤlschen suͤple, sin unruͤewigs, kriegischs leben verlies.