getrank
(meist), beide Formen weder zeitlich noch geographisch abgrenzbar.
getränke
(etw. seltener), das
;-s/-tranke, -tränke
;1.
›Getränk (im Unterschied zu speise, nar, kost
), von Mensch und Tier zu ihrer Erhaltung aufzunehmende Flüssigkeit nicht näher spezialisierter Art; bestimmte, diesen Bedürfnissen angemessene Flüssigkeit‹; teils von den Spezialisierungen unter 2 und 4 nur unsicher abgrenzbar; als Metonymie (vereinzelt belegt): ›das Trinken‹.Syntagmen:
g. fürtragen / kredenzen / trinken, jm. g. bringen / geben, das g. lauter machen
; jm. g
. (Subj.) gebresten, milch js. g. sein
; sich des getränks enthalten
; got jm. bei dem g. beiwonen, in g. mas halten, jn. mit g. erhalten, jm. mit g. dank sagen, das gefängnis mit g. versehen
; das starke
›überaus mächtige‹ (tropisch) oder ›übel schmeckende, scharfe‹ / trübe g
.; das mas des getranks
; gift im g
.Belegblock:
Der sol sich Weins vnd starcks Getrenks enthalten / weinessig oder starcks getrancks essig sol er auch nicht trincken.
dem ich diz lob schenke, | der nimt ez, des ich wenen wil, vür ein gut getrenke, | sit im ein luter miol win vür werdez lob nicht smecket.
Zu Babilonia vor künig Soldan sahen wir dich kost und getrank in großen wirden kredenzen.
2 ph. vor getrengke den hauwern.
von solcher hande weise | ist ir narung und speise, | milch das ist ir getrank.
so hat unser gnediger herr von Bamberg alle maß deß gedranckhs und getraidts anzugiessen und zu besichtigen.
davon hab ich ine geben für getranck, keß und prat 2 ℔.
uff dem gesaͤß ist gemachet von maisterschafft, das alles das getranck das sie trinckent gat dem tracken durch den hals.
da warde aller hand speiß vnd getranck mit vollem rat fürgetragen.
Getraͤnck / Tranck / das trinken [...]. Starck getraͤnck ist Wasser / das kan Mühlen vmbtreiben.
wer daz weiz in den airn nimt und læzt ez in ain trüebz getrank [...], daz macht ez lauter und dünn.
Pferd und seuͤm man tziechen sach | So vil mit chost und mit gedranch.
da pracht man im zu eren | gesegents prot und auch getrank.
Ebd.
42, 15
: got, won uns und dem essen bei, | amen, und auch bei dem getrank, | das ieglich mensch got also dank.
2.
›alkoholhaltiges Getränk (wie bier, wein, met
)‹; in 1 Beleg (Anderson u. a.
) metonymisch: ›Getränkeausschank‹.Gewisse Beleghäufung für Rechts- und Wirtschaftstexte.
Phraseme:
das starke getrank
.Syntagmen:
das g. taxieren
(zu Steuerzwecken), durch das land füren
; das g
. (Subj.) trunken machen
; steuer auf das g. auflegen, jm. mit g. bescheid tun, mit dem g. seine narung suchen, von dem g. geld fallen
; das g. im keller
; das hitzige / köstliche / liebe g
.Belegblock:
in welcher weisze her das meynete mit dem gelde, das also von dem getrencke ville.
haben die herren sendeboten [...] vffgeleget eczliche stewer vff das getrencke, [...] von allirley weyne den czehenden pfennig.
Das getrenke im kellir, item 3 covent bier.
DER Wein macht lose leute | vnd starck getrencke macht wilde.
Burger dieser Stadt / zuuor aber die genen so mit dem getranck yr narung suchen muͤssen / als weinschencken / wyrt.
Gib den Künigen nicht Wein zuͦ trincken / noch den Fürsten starcke getrancke.
bietet ein ersame gesambte burgerschaft dennen wein-, most- und pierwierten ordentliche trankschäzer zu sezen, welche bei ihren gewissen waß jedes getrank rechtlichen werth ist solches taxieren.
das khainer [...] seinem negst(en) mit Einigerleÿ gethrenkh, Wain od(er) bier (etc.) Zum volsauffen bschaid
[s. dazu
bescheid 2]
zuthun.3.
›Trinkgelage, Besäufnis‹.Belegblock:
in dem getrenke | wûchs ein sulch gezenke, | daz ein mechtig edelinc, | [...] | Lûdewîge dâ betrûbete.
das ein Ied(er) gastgeb [...], In die nacht khain gross gefress, getrenckh, gesang, geschray, spil noch getanntz [...] gestatten sol.
4.
›Körper oder Gemüt in irgendeiner Weise affizierendes, veränderndes, heilendes, auch tötendes Getränk‹.Belegblock:
Zcum vierden werden ehliche wergk Jn todtsunden vorbracht Szo sich ehliche lewthe. [...] durch gedancken reitzenn adder derhalben hitzige [...] speÿse getrencke zcu ÿn nehmen.
Ich Laurein hab ein guts getrank | Welcher paur ist wunt und krank | Und trinkt auß dem fleschlein, im wirt pas.
Dar näch hett er berait mit zober ain getranck.
wenn man den trinkwein macht mit des tiers flaisch, sô vertreibt daz getranck die vergift.