subtile,
die
.
1
a) ›als Schrein oder Truhe metaphorisierte Wohnung Gottes‹ (s. u. Beleg
Euling
);
b) ›feines, edles Kleid‹ (s. u. Beleg
Kurrelmeyer
);
c) ›Feinheit der Form, Gestalt‹ (s. u. Beleg
Bauer
); jeweils von 1 her tropisiert.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 2, 1 (zu a); 2, (zu b); 2 (zu c).

Belegblock:

Euling, Kl. mhd. Erz. (
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
du pist, liebe sel, ein truh und schreyn | do sich mein gotheit neiget ein. | du pist meiner claren gotheit subtil, | kein creatur mir pas gefiel.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
ich claite dich mit subtil
[Var. 1475
2
–1518 / nd. Bibel um 1478:
mit subtilen kleydern
, 1522:
mit subtilen dingen
;
Luther
1545, Hes. 16, 10:
feine leinen Kleider vnd seidene Schleier]: vnd zierte dich mit zierunge.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
1034
(
oobd.
,
1607
/
11
):
ein sonder gedreht kunststück, [...], ist aber von grosser subtile.
2.
›Maß, Schärfe (des Erkennens)‹;
vgl. 5.

Belegblock:

Franck, Decl.
350, 32
(
Nürnb.
1531
):
Cheremon ein Stoicus sagt / das die alten Egyptischen pfaffen [...] von diser zeyt an / als sie anfiengen got zuͦ dienen / das die subtile der synn dester scherpffer were.
Sudhoff, Paracelsus (
1527
):
Cautel. Hüt dich arzt vor großer gemeiner vernunft, vor vil meisterschaft der hantwerk, gebrauch kein subtili noch dein hirni, es ist alles gift.