straube,
Adj.
1.
›gelockt, lockig‹ (vom Haar, hier als Kennzeichen von Schönheit);
vgl. 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1, .

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
3. Dr. 14. Jh.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
He was ein herlich stark man [...] unde hatte ein groß heubt mit eime struben widem brunen krulle.
Adrian, Saelden Hort
1882
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
mit zwain turteltuben | den jungen knaben struben | lost si in wider mitte
(Darstellung Jesu im Tempel).
2.
›aggressiv, die Federn wie eine Taube (so im Beleg) sträubend, angriffslustig‹ (vom Falken gesagt);

Belegblock:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Do wart kein ir
[der
Gotes tube
]
vil strube | Manic tuvels habech spil.
3.
›der positiven Erwartung an einen Bezugsgegenstand entgegengerichtet‹; z. B.: ›uneben, krumm; struppig, ungegliedert‹; teils semantisch konvers zu 1.
Bedeutungsverwandte:
2, (Adj.) 4, , , 1, 4, (Adj.) 1; 2, , 1, 1.
Gegensätze:
(Adj.) 1, (Adj.) 2; vgl.
1
2.
Wortbildungen:
sträube
(eine Münze mit aufgeworfenem Rand, wohl eine Straubemünze; s. ),
straubharig
.

Belegblock:

Ziesemer, Proph. Cranc. Jes.
40, 4
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
was do slim ist, daz wirt recht, was do strub
[
Mentel
1466:
herten
(Vulgata:
aspera
); nd. Bibel um 1478:
de ruwen vnde de scharpen
;
Wormser Proph.
1527:
vnebne
;
Froschauer
1530:
die schrofen
;
Eck
1537:
die rauhen
;
Luther
1545:
höckericht
]
ist, daz wirt sleht.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
,
1369
):
unde hatte ein groß heubt mit eime struben widem brunen krulle, ein breit antlitze mit pußenden backen.
Koeniger, Sendgerichte (
mosfrk.
,
1577
):
Wir wiessen im auch ein keind zuo taufen enen phennink und ein frawe usszuosenen ein streuf.
Thiele, Minner. II,
12, 47
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
man seh dyn heymut grobe heistern dragen, | vonn erst masart, strub unnd unbehauwen.
Ebd.
52
:
Solt solcher dron nun resten | uff umbehauwen masten | mit grobenn, struben esten.
Ebd.
60
:
der meister stund in faren | der solche strube holczer soll bescniten.