2
rost,
der
;
zu
mhd.
rost
›Grünspan, Eisenrost‹
().
1.
›Rost, (durch den Einfluss von Luft und Feuchtigkeit entstandener) rötlich brauner Zersetzungsbelag auf Metallen, insbesondere auf Eisen (Eisenoxid)‹; häufig bildlich: ›Zersetzung, Verfall‹; ›Schaden, Fraß‹ (dann Nähe zu
2
, 1, , ,
die
).
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
die motten
(auch:
melden, milben
u. Ä.)
und der rost
(Subj.)
etw. fressen
(Bild für die Vergänglichkeit irdischer Güter).
Bedeutungsverwandte:
; vgl. ; zur Ütr.: 2, (
der
).
Syntagmen
(den) r. abnemen / abschärfen / abwischen, der teufel jm. r. machen, etw
. (Subj.)
r. haben
;
der r
. [wo]
reinkommen, etw. (auf)fressen / verderben, löcher in sein eigenes korpus fressen
;
rost ab eisen nemen, etw
. (Subj.)
durch r. abgenuzt, mit r. erfült / verzert, von r. gefressen / verzert sein / werden, j. von r. beflekt sein / werden, etw. von r. säubern, kupfer
(Subj.)
von keinem r. zerbrechen, j. sich (nicht) vor dem r. bewaren (können)
;
der r. des brauches / glaubens, der missetat / sünde / zeit, des weintrinkens, der laster
;
ein panzer ane r
.
Wortbildungen:
rostfar
,
rostfarbe
,
rostfeile
,
˹
rostfressig
,
rostrig
(dazu bdv.: 1, 1,
2
1; vgl.
2
)˺ ›rostig, dem Verfall ausgesetzt‹.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
511, 14/15/16
(
Lübeck
1639
):
Mißbrauch ist des guten brauchs Rost der sich jmmer anhängt: des wahren Glaubens Rost ist der Aberglaub. Des Weintrinckens Rost ist der Rausch.
du hast [...] geliebet den, der sich selbs nicht vor dem rost und schaben hat bewaren künnen.
Was macht nu [...] der geitz wanst mit seinem Mammon, der [...] beschmutzt sich die weil mit seinem rost fressigem gelde?
Ders. Hl. Schrifft.
Mt. 6, 19
(
Wittenb.
1545
):
JR solt euch nicht Schetze samlen auff Erden / Da sie die Motten vnd der Rost fressen.
Froning, Alsf. Passionssp. (
ohess.
,
1501ff.
):
ich [Lucifer] werde widder [...] | viel schoner dan die sonne | und luchte als eyn rostrige phanne!
Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
[die Welt] Jst von jr erst geschaffnen gstalt | So weit abkommen vnd entwichen: | [...] | Jst rostrig, schimlig sevger, kamig.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
28, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Zuhant hat er [...] ein tegeliche rostfeilen, der er mit recht nicht enberen mag
(hier abwertend bezogen auf die Ehefrau).
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
9, 25
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Darczu so merck der mensch, wie die krefft und tugent [...] als jemerlich mit dem rost der missetat, der sund und der laster erfullet und verzert sein.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Wen ain ritter über land | In raissen yltt, sin gewand | Wirtt im vast roste var.
Maaler (
Zürich
1561
):
Rostfarb (die) Farb wie rostig eysen.
Deinhardt, Ross Artzney
349
(
oobd.
,
1598
):
Nimb ayr schaln vnnd rost ab eisen.
Kurz, a. a. O. ;
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. ;
v. Ingen, Zesen. Ged.
387, 18
;
Gille u. a., M. Beheim
48, 35
;
43
;
Matthaei, Minner. I, ;
Sudhoff, Paracelsus ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Vgl. ferner s. v. (V.) 18, 3, 2, 1, 9, ,
2
.
2.
eine (braunrot färbende?) Pflanzenkrankheit.
Bedeutungsverwandte:
, , 5, .

Belegblock:

Volkmar (
Danzig
1596
):
Rubigo [...], Rost / oder Meelthaw am getregde.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Rost roͤte am korn.
Löffler, Columella/Österreicher (
schwäb.
,
1491
):
Das der rost den wingarten nit bekrencky. [...] also wier der rŏch den nebel und rost oder ruttel hin dan bewegen.
Voc. Teut.-Lat.
bb iijr
.