melm,
der
.›Staub (generell); stiebendes Erdmaterial; Staub, Staubwolke des Kampfgetümmels‹; selten neutral gebraucht; meist steht
melm
für die Wertlosigkeit gegenständlicher Dinge, für die Nichtigkeit des Daseins, den Schmutz der Erde, die Erniedrigung des Menschen.Älteres und mittleres Frnhd.; gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion (darunter bibelsprachlicher Texte) / Didaxe‘, auch berichtende Texte der späten Heldenepik, oft gebundener Form.
Syntagmen:
der wind den m. werfen
; der m. stauben
; j. als der m. stauben, als der m. werden
; j. auf den m. nieder burzeln, etw. aus den melmen erglästen
(z. B. der schild
) / erglitzen
(z. B. der helm
), j. durch den m. waten, der schild durch den m. glast geben, j. im m. liegen, jn. in den m. fällen, jn
. (z. B. ritter
) in dem m. schauen, js. haupt in den m. fallen, von dem melmen staub werden, gotte
›Götzen‹ von m. nicht frei sein
; sorgen / sinnes, des todes m
. (jeweils poetischer gen. explicativus); der finstere m
.Belegblock:
di da treten bobin den melmen
[
kotLuther
1545: ]
der erden di houbt und den wec der einvaldigen miden. Ebd. Bar.
6, 11
: diselben [gote] sint nicht vri von roste und von melm
[
mottenLuther
1545: ].
van Hollant greve Wilhelm, | des eren stubet als der melm.
Do wart alsso gross stoup von den melmen, das eyner den andern kume gesach.
wer ûch nicht intfêt, gêt von der stat ûz, ouch den melwin
[
gestüppMentel
bis 14751
: ;
staubLuther
1545: ]
ûwere fûze intslahit in gezuͦcnissen ubir si! ir vbeln, nicht so; sunder also der melme
[
gestüppMentel
1466: ; 1475
staub2
/ Froschauer
1530 / Eck
1537: ;
SprewLuther
1545, Ps. 1, 4: ],
den der wint werfit in deme antlicze der erden. Daz ich uff sorgen melme | Fur sie da nider burtzelt.
Ebd.
4270
: Daz ich durch grobes synnes melme | Mit der vernunft min mus waten.
sin manlich hant verschriett | hut vil der schilt und helm, | das fuͤr und auch der melm | von siner hurttir stoben.
Jch sach des edlen fuͤrsten helm, | Den het vorselbt des todes melm.
sein schwert ain soliche durchfart nam, | das im das haupt vom leib viel in den mellem.