riz,
der
,
ritze,
die
;
Fem. und Mask. sind teilweise nicht eindeutig erkennbar.
›längliche, schmale, kleine Öffnung, Verletzung einer (festen, glatten) Oberfläche‹; ›Riss; Spalt, Schlitz‹; auch: ›Kratzer, Rissverletzung (der Haut)‹; auch ütr.; bildlich speziell: ›Grenze, Rahmen‹;
zu .
Phraseme:
ane ritze
›gänzlich unverletzt‹.
Bedeutungsverwandte:
, , 1, 1, 1, , , .

Belegblock:

Luther, WA (
1528
):
Christus ist nicht zwisschen den ritzen odder negel locher hinein geschloffen.
Ders., WA Tr. (
1530
):
desgleichen werden die Vögel, so den Winter uber in Nestern oder Steinklüften, und in Ritzen [...] todt liegen, gegen dem Lenzen wieder lebendig werden.
Ders., WA Br. (
1537
):
solche große Zwietracht nicht kann so leicht [...] ganz ohne Ritz und Narben geheilet werden.
Ders. Hl. Schrifft.
Hld. 6, 6
(
Wittenb.
1545
):
Deine Wangen sind wie ein Ritz
[nd. Bibel um 1478:
borke
;
Mentel
1466 /
Eck
1537:
rinde
]
am Granatapffel / zwisschen deinen zöpffen.
Oorschot, Spee/Schmidt. Caut. Crim. (
Frankf./M.
1649
):
vnder dessen sehe ich nicht / waß es schaden solle / daß sie Geistliche [...] etwan durch einen ritz zu schawen vnnd laustern moͤgen
(bei der Folter).
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
In disses ovens hitze | Sungen sie ane ritze | Gote einen lobesanc
(die drei Jünglinge im Feuerofen bleiben unverletzt).
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt. (
osächs.
,
1343
):
nîmant setzit in einen schrôten grobis tûches in ein alt cleit, wan her nimet ûf sîne volheit von dem cleide, und der ritz
[
Mentel
1466 /
Eck
1537 /
Luther
1545:
riss
]
wirt ergir.
Sachs (
Nürnb.
1550
):
[Der gfater] Zaigt im [dem richter] ritz, kritz und pewlen | Und det sich cleglich mewlen.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew. (
Straßb.
1650
):
Jocondus eben an dem Ritz zuhörete, vnd die Jungfraw zu der Königin sprach: [...].
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
sîn herz nie übertretten | hât keine stunt der mâze riz.
Wackernell, Adt. Passionssp. Br. I,
1257
(
tir.
,
1551
):
Hab stil oder ich stos dir in die Riczenn
[hier speziell abwertend für ›Mund‹],
| Das dir das bluet her für thuett spriczenn.