ritzen,
V.
›jn. / etw. (eine Oberfläche, z. B. die Haut) verletzen, aufkratzen, durch Stiche, Schnitte u. dgl. verwunden‹; vereinzelt speziell: ›etw. von, aus etw. (ab)spalten; etw. schärfen, spitzen‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 8; 11, (V.) 1, , ; vgl. 1, 1.
Wortbildungen:
ritzig
›scharf, verletzend‹ (dazu bdv.: vgl. 5, ).

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
1. Kön. 18, 28
(
Wittenb.
1545
):
sie rieffen laut / vnd ritzeten
[
Mentel
1466:
stachen
; nd. Bibel um 1478:
wonden
;
Eck
1537:
schniten
]
sich mit Messern vnd Pfrümen / nach jrer weise / bis das jr blut her nach gieng.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
546, 1264
(
Magdeb.
1608
):
[Katz / Ganß / Han] Wolten doch nicht die letzten sein / | Sondern zugleich vorn auff der spitzen / | Den Feind mit Tatzn vnd schnebeln ritzen.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
1118
(
Köln
1476
):
Dat man steetz zo allen stonden | Pylstycker [pfeilsticker] had zo werck syttzen, | Dye man manchen pyll sach ryttzen | Vyssz vyll duuen
[Dauben]
van den vassen.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Die lute kan er [Dorn] pranken | Ritzende, biz daz ir blut | Her vor dringet sam ein vlut.
V. Anshelm. Berner Chron.
5, 234, 21
(
halem.
,
n. 1529
):
wie der provincial den 4. tag der disputatz hat geendet mit vast ritziger, langer red.
Peil, a. a. O.
534, 864
;