2
ram,
der
;
–/-e
+ Uml.;
zu
mhd.
râm, râme
›Ziel‹
().
›Ziel‹; auch: ›das Trachten, Streben‹; metonymisch: ›Reichweite, Sichtfeld‹; oft im Reimzwang verwendet; auch häufig in Genitivmetaphern bzw. zusammen mit genitivus explicativus gebraucht (z. B.
die räme des todes
›die Fänge des Todes‹,
die räme der lügen
);
vgl.
3
1; 2.
Überwiegend älteres Frnhd.; Verstexte.
Phraseme:
zu rame
›gerade recht, sehr gelegen‹;
e. P. / e. S. ram nemen
›auf jn. / etw. zuhalten, zusteuern‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
5,
2
, 2.
Wortbildungen:
˹
ramsput
,
ramsputigkeit
˺ hier wohl ›kurze Perspektive, schnelles Vergehen‹ (dazu bdv.: , ; Zugehörigkeit des Bw unklar; vgl. aber mhd. ˹
vramspuot, vramspuoticheit
˺ ›Gelingen, Glück‹;).

Belegblock:

Strehlke, Nic. Jerosch. Chron. (
preuß.
,
um 1330
/
40
):
[In sulchim rûme] er sus genâhete, | daz er quam in rechtin râm. | Ein brûdir daz gemerke nam | zu im mit eime pfîle.
Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Eines quam ez zu rame | Dem guten Abrahame, | [...] | Do was dar ein rote | Uz der stat zu im kumen.
Redlich, Jül.-Berg. Kirchenp.
1, 399, 3
(
rib.
,
1551
):
so moest er kiesen korzlifficheit, ramspoedicheit ader seelen verdamnis, under wilchem er die korzlifficheit gekoren, wie er auch kurzlich [...] gestorven.
Buch Weinsb. (
rib.
,
1591
):
were gut, das es [...] dem jongen folk [...] ingebildet wurde, sich vor heimlige treue sonderlich zu hutten, dweil [...] ramspoit und gerichtzhandel draus untstehet.
Hübner, Buch Daniel (
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Sie [Juden] trachten im
[Christus]
zu schanden | Martirn mit iren handen | Swerlich an deme trame | Der en da lac zu rame.
Herre Got, nu beite nicht, | Wandel durch dich die geschicht | Veterlich! wand din name | Ist mit gebetis rame
[hier mit gen. explicativus: ›Gebet‹]
| Gewirdiget.
Matthaei, Minner. I, (Hs.
15. Jh.
):
warheit ist ein duͤrrer schacz, | du salt behalten von mir den sacz | daz du iht kumest in luͤgen reme.
Koppitz, Trojanerkr. (Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Beholtt an Hectors libe, | Daz rumptten sine wibe, | Wenn er zü innen keme: | In iertte des dottes reme.
Primisser, Suchenwirt (
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Der [Daniel] blaib gesunt, [...] | Und waz gegeben in todes ram | Tzu Babilon.
Si lauffen gegen mir als di wider | Und nement mein mit stoͤzzen ram: | So wolt ich in der chunsten ram
[hier im dichterischen Spiel mit Homonymen und Synonymen zusammen mit gen. explicativus verwendet oder zu
rame
3 ›Stickrahmen‹ zu stellen?]
| Jn golt, in seyden slingen.