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rache,die
;-Ø/-n
;rach,
der
;-s/–
;1.
›Strafe, Strafgewalt; Strafgericht‹ (legitimiert oder durchgeführt von Gott); auch speziell: ›Strafe im Fegefeuer, in der Hölle‹; offen zu 2; Gehäuft Texte religiösen Inhalts.
Phraseme:
sant Antonien rache
eine Krankheit; zeit des rachs
›das Jüngste Gericht‹; rache über jn. (bei got)!
(Fluch).Syntagmen:
j. die r. vernemen, r. leiden, über jn. rufen
(häufig), got
(Dat.obj.) die r. befelen / zustellen, got
(Subj.) r. gegen etw. gehen, über jn. faren lassen
; die r
. (Subj.) über jn. (nicht) geschehen
; der r
. (Gen.obj.) (nicht) vergessen
; sich ane r. freuen, j. durch die r. verwandelt werden, jn. durch seiner r. willen fürchten, zu got gegen himmel um r. rufen, den gewalt zur r. brauchen, das schwert zur r. haben, jm. jn. zur r. geben
; die r. gottes
(gen. subjectivus), die r. der übeltätigen
(gen. objectivus); die r. über die unbarmherzigen menschen
; die erschreckenliche / götliche
(mehrfach) / greuliche / grosse / künftige r., die ungewönlichen rachen
; ein got der r
.; etw. zur r
.Belegblock:
Aber die da vergeben, got allain die rache zustellen, die bleyben.
Das Gott sein hertz so gar ausschuͤttet gegen dem unlieblichem feindlichen Bilde, da er billich solt nur eitel zorn, rache und verdamnis gehen lassen.
ich wil mich selbs nicht rechen, sondern Gott die Rache befelhen.
[er] Wil auch nicht, das sich jemand sol selbs rechen [...], Sondern behelt jm selbs die straffe und gericht als der oberst herr und Gott, Und spricht: ,Mein ist die Rache‘ ec.
[ich] wil ein Rachschwert
[
waffenMentel
1466: ; Var. 1475
schwert2
–1518: ]
vber euch bringen / das meinen Bund rechen sol. Die heiden sind in seinem land, | Durch rachewirckung seiner hand | Mit schanden vntergangen.
das unschuldige blut Jhesu des herren | wirt obere uch [Judden] roch ruffen ewiglich.
daß sie [Oberkeit] das Schwert von niemand anders / denn von GOtt habe / vnd solchs zur Rache / Wie S. Paulus Rom. 13. zeuget.
Do die ungewoͤnlichen rachen und och toͤde, die got úber sin widersachen als geswind sante, do die sahen ire vil menschen, [...], die loptan got.
urblützlich wirt kommen sein zorn und in zeit des rachs dich zerstreuen.
wan vnrecht guͦt schrigt roch.
Ich swuͦr ouch dabÿ úbel und bat Got, ob ich das getǎn hette, das mich an stad Sant Anthonÿen rach verbrante.
Allso beruͤrt jnn die goͤtlich rach / das er fiel jn ein kranckheytt.
Dann fraͤuel [...] reden sind das / das etlich sprechen got werd in der heyligen gschrifft genent [...] ein gott des rachs.
2.
›Vergeltung, Bestrafung eines Unrechts, materielle Genugtuung aufgrund von begangenem oder vermeintlichem Unrecht‹ (bezogen auf die Ausübung der Rechtsverfolgung durch obrigkeitliche Instanzen); Zur Sache:
Lex. d. Mal.
; .7, 383
Belegblock:
söllen söliche fal zu erkantnus, raach und straf der hochen oberkeit sthan.
als dann des entlybten fründt sich des rechten und der rach entzüchendt und dieselbe uns ubergebend.
diewyl nun der enden die hochengricht mynen gnedigen herren und oberen zuͦstendig, die rach ouch ir gnaden von gemelts Keisers seligen verlaßner wittib [...] bevolchen worden.
3.
›(leidenschaftliche) gewaltsame Verfolgung einer Person oder Personengruppe durch jn. (häufig, aber nicht ausschließlich: aufgrund eines empfundenen Unrechts)‹; speziell auch: ›Feindschaft, Feindseligkeit‹ (als Haltung, die einem Christen nicht gemäß ist); in der Regel den Handlungsträger der rache
negativ perspektivierend; mehrfach im Zusammenhang antijudaistischer Diffamierung verwendet; Zur Sache:
Hrg
.4, 126
Phraseme:
ane alle rache
(formelhaft).Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , 2, 3, 1, , , , , , (der
) 9, 1, (der
) 2; 3, (der
) 1, 1, 1, , , , .Syntagmen:
r. bieten / tun / suchen / üben / wünschen, in gnade verwandeln, die r. sehen, faren lassen, jm. r. erzeigen
; alle r
. (Subj.) dem christen verboten sein
; jn. der r
. (Gen.obj.) (nicht) würdigen
; etw. ane r. tun, j. durch r. enthauptet werden, jn. mit r. anfechten
; die r. des weibes
; die r. mit gedanken / worten / werken
; die blinde / blutgierige / eigene / grosse / grausame / honigsüsse / jüdische / wütende r
.Wortbildungen:
rachbegierde
rachgrimmig
rachhungrig
rächig
rachraub
Belegblock:
Christen ist alle rach mit Gedancken / Worten vnnd Wercken / bey der Hoͤllischen straff verbotten.
die da senfftmuͤtig sein von hertzen, nit rachsüchtig sein.
,Vergeltet nit boses mit bosem.‘ Die Rach ist ein schentlich laster, hengt ser an, thut auch sanft und schmeckt sußer denn honig.
wer es auch mit dem todschlagen und herrschen, wo wirs bloß on rache und eygengesuch thun möchten wie Gott.
soͤlch gesatz oder straff mehr sehen auff gemeynẽ frid vñ nutz zu erhalten / dañ auff eygnen rach.
do der rachgrimig Judas | Yn der judischen schar veryt.
(N)achdem und jüdisch listikeyt | Yr furseczt, gar on all arbeyt | [...] | Wellen ploß von dem rochraub zern.
Da fund ich, das sie [fürstenthumb] auß das blut | Saugten [...] | [...] | Waren auff einander blutgierig, | Unaynig, wütig und rachschwierig.
Grosse roche det dirre keyser. Alle die wile er lebete, wan ime ein dropfe von sinre nasel viel [...], also dicke det er sinre vigende einen doͤten.
das ist dú best rache die du getuͦn maht, daz du wol maht vergeben von rehtem hertzen den die dir liden tuͦnt.
Bi im ist aller edeler smak, | Trúwe, frid aͮn allen rak.
,[...] | Trag hin swert und hantschuoch | Und sag in auch den unsern fluoch! | [...]‘ | Der rache ward der botte fro.
Raachbegierde [...] Libido ulciscendi. Raachbegierig / raachgierig / so sich begehret zu rechen.
Ez hant auch die burger gesetzet, daz nieman weder burger noch antwerch man kain rach noch kain pfandung tuͦn sol in der rais aͤne urlob und ane raͧt der haptluͤt.
Sein zoren ist auch hart ze erwekchen; aber wer in erwekchet, der empfint von im réchigen leons zoren.
auff das diser katerkatzen ketzer jrer poͤser unchristlicher muͦtwil moͤg fürtringen, so haben sy auffgeworffen einen hauptman, den rachhungrigen Frantzen von Sicking.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
78, 13
; Reithmeier, B. v. Chiemsee ;
Bauer, Imitatio Haller
47, 15
; Schweiz. Id. f.;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 147
.