überspreiten,
V.
›(eine Fläche) von oben mit etw. Zierendem oder Schädigendem, Verderbendem überstreuen‹ (allgemein); im Einzelnen: ›(eine Wegstrecke mit Kleidern) überstreuen; (einen Tisch mit einem Tischtuch) überdecken‹; in verschiedene Richtungen ütr.: ›(ein Land) feindselig überziehen, mit Hass gleichsam überfluten‹; ›jn. mit
unsälde
belasten‹; ›sich wie von oben gestreut ausbreiten‹ (von
götlicher ere
gesagt); vgl. (Präp.) 2; 3.
Obd.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): 1, 2, .

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
151, 18
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
der da geborn ist von dem weib, | der kurczen czeit czu leben. | Der mit unseld wirt uber spreit.
Ebd.
283, 135
:
wann sich auff unser ertrich preit | die gotlich er hot uber spreit.
Adrian, Saelden Hort
9199
(
alem.
, Hss.
E. 14.
/
15. Jh.
):
von alten und den jungen | war gar der weg den Jesus rait, | von menteln, roken úber sprait.
Jörg, Salat. Reformationschr.
331, 22
(
halem.
,
1534
/
5
):
Allso uͤbbtt der paradysich schlang [...] synen nyd und verbunst [...] und ward überspreytt ein gantze Eygnoschaft uß überschiessen des hellischen tracken.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vberspreiten / Oben darauff spreiten.
Qu. Brassó
4, 35, 22
(
siebenb.
,
1603
/
20
, Hs. 
v. 1761
):
Die Türken aber zogen heim aus Siebenbürgen, welches sie gleichsam überspreitet hatten.
Ebd.
247, 41
(
1658
):
Also ist in einer kleiner Zeit unser burzländisch Feld ganz mit unsäglichem Heeresvolk überspreitet worden von 4 grossen barbarischen Nationen.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .