überschwank,
überschwang,
der
;
-s/–
;
Schreibungen mit finalem
-k
deutlich häufiger als mit
-g
; motivationell ist das
Subst.
auf das Wortbildungsfeld von
überschwenken
und
überschwingen
beziehbar;
zur etymologischen Zugehörigkeit bzw. den etymologischen Überlagerungen vgl. die einschlägigen Wörterbücher s. v.
Schwang
und
Schwank
sowie die Verben
schwenken
sowie
schwingen
.
›Überströmung; Überströmendes; Überwallendes‹ (im eigentlichen wie im tropischen Sinne); ütr.: ›jede Qualität e. S., darunter eines Glaubensfaktums, bzw. jeder Vorgang sowie jede Handlung e. P., die vergleichbare Gegebenheiten übertrifft‹; dabei ist die Bildlichkeit des Überlaufens, Überfließens assoziierbar; vgl. (Präp.) 2; 3.
Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Bedeutungsverwandte:
1, 1.
Syntagmen:
ü. nemen, j. einen ü. in sich haben, der geist einen ü. tun
;
der ü. dem mangel dienen
;
eine schrift in einem ü. reden, j. von einem schein in einen ü. kommen
;
der ü. des meres / schmerzens, der glori / lauterkeit / liebe / rede / schmach
;
der grosse / hohe ü
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft.
2. Kor. 8, 14
(
Wittenb.
1545
):
So diene ewer vberflus jrem mangel [...] Auff das auch jrer vberschwang hernach diene ewrem mangel.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Nû sprichet ein meister von der êrsten sache, daz si sî oben wort. Der gebreste ist an der zungen. Daz kumet von dem uberswanke der lûterkeit sînes wesens.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
69, 5
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Obir dise insuln sint eczliche andir insuln, czu den ist sorglich czu sigilin unde kumen von der uzvlut und invlut des meris obirswenge.
Mönch v. Heilsbronn. Fronl.
19a, 23
(
nobd.
,
E. 14. Jh.
):
so gar vberswenck sol nimʼ kain geistlich mensch vō seinem hertzzen lan kvmē wann si [gnade] vol heilichait vn̄ gnaden ist.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
recht als ein gros kessel, der sere welt: ein wile welt er oben uf als er ze mole us welle, [...]. Alsus recht tribt dise starke minne: si tribet und zúhet den geist, das er tuͦt einen úber swank und wil ze male us im selber in ein unwissen.
Lauchert, Merswin (
els.
,
1352
/
70
):
in diseme liehten schine do kam ich von mir selber in einen v́berswanch, daz ich min selbes vúrgas vnd aller creaturen mit mir.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
[Ein jungfrow, hies Anne] Der sælden schrin, der eren stam, | Fúr all frowen lobsam | Und ain vil hocher úberswank.
Maaler (
Zürich
1561
):
Vberschwanck (der) Exuperantia, Excellentia. Vberschwanck der red / da einer (wie man spricht) das biel zuͦ weyt wirfft.
Bauer, Geiler. Pred.
96, 3
(
Augsb.
1508
):
so geet uff im hertzen ain bewegung hailiger begird oder gelustes / kommpt auß betrachtung der goͤtlichen hübschait und des überschwancks der hymelischen glori.
Voc. Ex quo E
353
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß .