überlästen,
V.
– Älteres und mittleres Frnhd.; Texte gebundener Form.
1.
›etw. / jn. physisch oder mit einer Abstraktgröße überladen, überlasten‹; vgl. (Präp.) 10, .
Bedeutungsverwandte:
vgl. 1; 2; 3.

Belegblock:

Reissenberger, Väterb. (
md.
, Hs.
14. Jh.
):
Liebez kint, ich sihe wol | Daz bi wilen ist zu vol | Din herze an bosen gesten, | Die dich uber lesten.
Thiele, Minner. II,
22, 66
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
Ich kuͦer vuͦr alder werelt guͦlt | wer mir eyn wyf in truwen huͦlt, | de aldinc keren kuͦnde zuͦ besten. | myn muͦcht gheyn leit soe oberlesten, | in muͦste nach yren hulde ringen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Din gedencken ist zu male versert | Und ist mit dorheit uberlast.
Grimm, Weisth. (
els.
,
1320
):
also das er [abbet] im das schif nut überleste.
Bartsch, Reinfrid (
halem.
, Hs.
14. Jh.
):
wan er sî wolt benœten daz | sî dur sîner bete gir | in het gesetzet ouch in ir | herze zuo âmîse. | geladen pherit lîse | mac werden überlestet.
2.
›jn. / etw. mit etw. Aufbauendem, z. B. mit Gnade, Widerstandskraft überschütten, überhäufen‹; zu (Präp.) 2, .

Belegblock:

Fischer, Brun v. Schoneb. (
md.
, Hs.
um 1400
):
biz im
[dem
gras
]
kome, also man quit, | ein vil suzer meienregen | und ein sunnenschein, di sin pflegen, | daz iz mit sterke obirlestet.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Basel
1447
):
KUm schoͤpffer gott heiliger geist, | gemuͦt der dynẽ heymbeleist, | mit gnad võ hymel überlast, | die brüst so du geschaffen hast.