überkaufen,
V., unr. abl.
für verschiedene Formen des Tätigens von Geldgeschäften gebraucht, darunter im Einzelnen (mit meist unsicherer Bestimmung): ›(Geld) aufkaufen, aufnehmen‹; ›(einen Geldbetrag) einnehmen‹; ›(Geld) einwechseln, umtauschen‹; auch: ›jn. bei einem Geldgeschäft übervorteilen‹; vgl. (Präp.) 12 (?), 1.
Gehäuft hpreuß.; zu Beginn des 16. Jhs. auslaufend; Rechts- und Wirtschaftstexte.
Bedeutungsverwandte:
vgl. 6 (zur letztgenannten Nuance).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb. (
preuß.
,
1406
):
thusunt gulden Johan Baue zu Brucke, die her obir ken Rome dem procurator obirkoufte, yo vor das pfundt grose 3 m.
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
52, 18
(
preuß.
,
1410
/
8
):
von den 48 ℔ gl., dy Allexander oberkouffte von Johan wegen, wen wir dy 12½ ß beczalt haben der geselschaft des schiffes.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 174, 18
(
preuß.
,
1411
):
item 45½ mark Johanni Ghustrow, de her Cord öberkouffte, item 4 mark minus 1 firding den boten.
Ebd.
429, 25
(
1425
):
das mens also bestelle, das im geld in Flandern under ougen kome, und das her von dort her nicht geld dorffe obirkouffen.
Ebd.
483, 28
(
1427
):
die 50 ℔ grote, die noch von her Johan Hamers reise by en steen, die czu Lubek obirczukouffen czur selben sendeboten czerung behuff.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 574, 2
(
omd.
,
1434
):
der her die (VII½ hundert) gulden sal obirkouffen und euch, [...], gewislich czur hand schicken.
Müller, Welthandelsbr.
135, 26
(
schwäb.
,
1506
):
so ließ man den theurn stan und kouft den wolfailn, das sich ain koufman bald über koufn möcht.
Auer, Stadtr. München (
moobd.
,
n. 1347
):
swer den andern überchauffet also, daz er im daz verchauffet guot wil geben oder geit minner, dann umb halben tail des rechten werts, des [...].